John Bolton: «Grossartig für die USA» – und jetzt glaubwürdig?

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21-06-20 12:22:00,

Christian Müller / 21. Jun 2020 –

Die Trump-Kritiker freuen sich über ein Trump-kritisches Buch von John Bolton. Doch wer ist dieser John Bolton?

Am 1. Juni 2017 durfte John R. Bolton in Jerusalem vom «Ingeborg Rennert Center for Jerusalem Studies» den «Guardian of Zion Award» entgegennehmen. Er war damals Chairman des Think-Tanks «Gatestone Institute», dessen selbstgewählte Mission es ist, weltweit Muslim-Hass zu verbreiten, in 16 verschiedenen Sprachen – auch wenn «Gatestone» es natürlich nicht so formuliert. Ein knappes Jahr später wurde John Bolton Donald Trumps Sicherheitsberater. Das «Gatestone Institute», das ihn damit gehen lassen musste, kommentierte das so:

«Das Gatestone Institute freut sich ausserordentlich und ist stolz darauf, dass sein Vorsitzender, Botschafter John R. Bolton, den Nationalen Sicherheitsrat der Vereinigten Staaten leiten wird. Wir gratulieren ihm und Präsident Donald J. Trump herzlich zu einer Berufung, die grossartig ist für Amerika, seine Verbündeten und die freie Welt.»

Infosperber hat damals detailliert darüber berichtet.

Auch die NZZ hat diese damalige Berufung John Boltons zum Sicherheitsberater kommentiert. Ihr USA-Korrespondent Peter Winkler schrieb: «Der 69 Jahre alte Bolton verfasst zwar gern Analysen zu sicherheitspolitischen Fragen, darunter auch für das konservative ‹Wall Street Journal›. Doch am besten passte sein öffentliches Säbelrasseln stets zum Nachrichtenkanal Fox News, wo er ein gern gesehener Gast war. Er verkörpert das, was die Amerikaner gern als ‹red meat› bezeichnen: provokative Aussagen, welche vor allem unter Konservativen und Nationalisten die Gemüter in Wallung bringen.» Und NZZ-Ausland-Redaktor Andreas Rüesch vermerkte, die Berufung John Boltons zum Sicherheitsberater sei von «besonderer Brisanz»: «Bolton hat nie verhehlt, was seiner Ansicht nach die beste Lösung des Problems Iran wäre: nicht ein Abkommen voll fauler Kompromisse, sondern die Bombardierung der iranischen Atomanlagen. Kein Zweifel, der Wind aus Washington ist rauer geworden, und er wird noch rauer werden.»

«The Room where it happened» – ein Blick in den Raum, in dem es geschah – links Bolton, rechts Trump, beste Freunde, in vielen Punkten einig (Bild: Gov US).

Anderthalb Jahre später, im September 2019, war John R. Bolton als Sicherheitsberater schon wieder weg vom Fenster: Donald Trump hat auch ihn, wie etliche andere ehemals enge Vertraute vorher schon,

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