Hälfte der Menschheit ist zunehmender Luftverschmutzung ausgesetzt

halfte-der-menschheit-ist-zunehmender-luftverschmutzung-ausgesetzt

22-06-20 11:02:00,

Regionen, die am stärksten durch Feinstaub belastet sind. Bild: WHO

Leben in Smog-Regionen könnte auch Ursache von Covid-19-Toten sein, jährlich sterben nach der WHO über vier Millionen Menschen aufgrund der Folgen von Luftverschmutzung

Die Mortalität von Covid-19 scheint auch mit der Luftverschmutzung, vor allem durch Feinstaub, zusammenzuhängen. Den Zusammenhang haben italienische Wissenschaftler schon bald nach dem Ausbruch der Pandemie in Italien festgestellt. Schließlich lag es mit dem Schwerpunkt der Epidemie in der Lombardei nahe, dass auch die am stärksten mit Smog belastete Umwelt einen Teil haben könnte. Auch Wuhan ist stark smogbelastet.

Luftverschmutzung schädigt das Atemwegssystem, durch das Sars-CoV-2 in den Körper eindringt. Vor allem bei älteren Menschen mit u.a. durch Luftverschmutzung verursachten Vorerkrankungen kann die Infektion zu einer Lungenentzündung und schließlich zu Lungenversagen und Sepsis führen.

Die italienischen Wissenschaftler vermuteten auch, dass Feinstaub nicht nur die Lungen schädigt und damit das Risiko einer schweren oder auch tödlichen Covid-19-Infektion erhöht, sondern dass Feinstaubpartikel, die als Vehikel für Viren dienen können, vielleicht auch die Verbreitung gefördert haben. Biostatistiker der Harvard-Universität haben für die USA ebenfalls eine Verbindung von Luftverschmutzung und der Zahl der Menschen her, die an oder mit Covid-10 sterben oder schwer erkranken. Ausgangspunkt ihrer Studie ist, dass die Vorerkrankungen, die das Todesrisiko von Menschen mit einer Covid-19-Infektion erhöhen, typischerweise eine Folge der langen Belastung mit Feinstaubpartikeln mit einem maximalen Durchmesser von 2,5 Mikrometer (PM2,5) sind und damit vor allem ältere Menschen betreffen (Luftverschmutzung erhöht Covid-19-Sterberisiko).

In großen Teilen der Welt nimmt die Luftverschmutzung weiter zu

Mit der derzeitigen Fokussierung auf Covid-19 könnte man allerdings übersehen, dass Luftverschmutzung auch ohne Sars-CoV-2 eine tödliche Gefahr darstellt, die Menschen nicht epidemisch in einer Welle oder mehreren, sondern konstant in millionenfacher Höhe sterben lässt. Nach der WHO sterben mehr als 4,2 Millionen Menschen jährlich an der meist von Menschen verursachten Luftverschmutzung durch PM2.5-Feinstaub in der freien Luft. Sehr viel mehr also als an der Covid-19-Pandemie, was aber deutlich weniger Panik und entschiedenes Handeln der Regierungen verursacht. 91 Prozent der Menschen sind einer Feinstaubbelastung oberhalb der von der WHO empfohlenen Konzentration von 10 μg/m3 ausgesetzt.

Wie jetzt britische Wissenschaftler von der University of Exeter und der WHO in der im Wissenschaftsmagazin Climate and Atmospheric Science (Nature) veröffentlichten Studie zeigen konnten,

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: