Macron sieht sich bestätigt und bezeichnet die Nato erneut als “Hirntod” | Anti-Spiegel

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23-06-20 07:30:00,

Macron hat die Nato erneut als „Hirntod“ bezeichnet. Der Grund war ein Vorfall vor der libyschen Küste. Die (Hinter-) Gründe des Vorfalls und seine Vorgeschichte zeigen deutlich, dass die Nato vielleicht nicht hirntot ist, aber zumindest ein nur noch künstlich auf Druck der USA zusammengehaltenes Kriegsbündnis.

Am 18. Juni hat ein Vorfall im Mittelmeer einen der Risse in der Nato gezeigt. Der Spiegel berichtete:

„Frankreichs Angaben zufolge hatten sich türkische Schiffe kürzlich der französischen Fregatte genähert, als diese im Rahmen des Nato-Einsatzes zur Überwachung des Waffenembargos gegen Libyen ein Frachtschiff inspizierte. Die türkischen Schiffe hätten dabei die Fregatte drei Mal mit dem Feuerleitradar angestrahlt. Solche Radarsysteme dienen der Lenkung von Geschossen.
Frankreich wirft der Türkei zudem vor, das Uno-Embargo gegen Waffenlieferungen an Libyen zu verletzen.“

Viel mehr gab es dazu in deutschen Medien nicht zu erfahren. Die „Qualitätsmedien“ stellen die Nato ja als „Wertegemeinschaft“ und „Friedensbündnis“ dar, da stören negative Berichte nur.

Frankreichs Präsident Macron hat am 22. Juni den Vorfall zum Anlass genommen, die Nato erneut als „Hirntod“ zu bezeichnen. Die russische Nachrichtenagentur TASS und andere russische Medien haben am gleichen Tag berichtet, deutschsprachige Medien tun sich da schwerer. Als ich für die Meldung eine Bestätigung auf Deutsch gesucht habe, um sie zu verlinken, hat eine Google am 23. Juni um 15.30 Uhr nur alte Meldungen über Macrons „Hirntod“-Äußerungen von 1999 ergeben. Erst auf Seite drei der Google-Suchergebnisse fand ich dazu eine aktuelle Meldung von Euronews, die berichtete:

„Frankreich und die Türkei sind beide NATO-Mitglieder. Dennoch kam es dem Elysée-Palast zufolge im Mittelmeer jüngst beinahe zu einer Konfrontation zwischen der französischen und der türkischen Marine. „Wenn ich sehe, was in der vergangenen Woche nahe der libyschen Küste unter der Befehlsgewalt der NATO geschehen ist, halte ich das für nicht hinnehmbar. Und ich komme auf meine Äußerung über den Hirntod der NATO zurück: Das ist einer deutlichsten Beweise, die es geben kann“, so Macron.“

Bemerkenswert ist, dass schon Macrons erste Äußerung vom letzten Jahr über den „Hirntod“ der Nato zum Beispiel vom Spiegel, der selbsternannten Pressestelle der Nato, seinerzeit verschwiegen wurde. In seinem Artikel über das fragliche Interview von Macron hat der Spiegel über diese Äußerung Macrons kein Wort verloren.

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