Verschwört Euch!

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23-06-20 10:21:00,

Bei längeren Interviews mit über 30 Minuten Laufzeit staunen wir bei Rubikon zuweilen nicht schlecht, wenn dann bereits nach wenigen Sekunden oder Minuten schon die ersten Kommentare darunter stehen. Liest man diese, stellt man fest, dass so manches Klischee über Schwurbler doch seine Daseinsberechtigung hat. Häufig beinhalten diese Kommentare – bar jeden Bezugs zu den Inhalten des Interviews – warnende Hinweise vor der Neuesten Neuen Weltordnung, vor finsteren Plänen. Zudem findet man den Rat, man müsse unbedingt ganz wichtige Videos teilen, damit die finsteren Mächte im Hintergrund ob der hohen Klickzahlen zu zittern beginnen. So gibt es scheinbar wirklich verlorene Seelen in den Weiten des Netzes, die einfach wahllos jeden Videobeitrag anklicken, um dort ihren alarmierenden Senf unter die virtuellen Leute zu bringen.

Bedauerlicherweise liefern diese Menschen – ohne dass sie dies vermutlich beabsichtigen – den Stoff, aus dem die Stricke gemacht werden, die dieser Tage sämtlichen Menschen um den Hals gebunden werden, die es auch nur wagen, das genehmigte Corona-Narrativ anzutasten. Allesamt werden diese als Spinner, Verschwörungstheoretiker und sektiererische Anhänger dubioser Glaubensgemeinschaften gebrandmarkt.

In meinem ausführlichen Artikel zum Thema Verschwörungstheorie als Kampfbegriff vom April 2019, sah ich diese Entwicklung bereits kommen. Zur damaligen Zeit, die in ihrer Explosivität in keinster Weise mit der heutigen zu vergleichen ist, schrieb ich bereits:

„im Pressespiegel (wurde) sprachlich eine neue Eskalationsstufe gezündet. Es fallen nicht mehr nur Worte des Hohnes und des Spottes, sondern des Kampfes! Heutzutage geht es um „den Kampf gegen Verschwörungstheoretiker“. Es reicht nicht mehr, sich über sie lustig zu machen, ihren Lack zu ruinieren. Nein! Sie müssen jetzt bekämpft werden! Zum Schweigen gebracht und unschädlich gemacht werden! (…) Ich bekomme Angst, ob der geistigen Eindimensionalität der breiten Masse, ganz gleich ob jung oder alt, die häufig lediglich nur noch dazu imstande ist, in kurzen Parolen, hippen, kecken Sprüchen oder gar nur in #Hashtags zu denken. Teilweise wollen viele deutsche Mitmenschen gar keine Gegenargumente mehr hören, da eine Auseinandersetzung mit diesen einiges an Zeit und Denkaufwand kosten würde. Eine solch eindimensionale Denkweise, die außerstande ist, im 360-Grad-Raum zu denken, macht es natürlich wunderbar einfach, das Feindbild des „Verschwörungstheoretikers“ zu programmieren und die Geister darauf zu konditionieren.“

Einiges von dem, was ich antizipierte, bewahrheitete sich – oder noch schlimmer – übertrumpfte das, was ich mir zum damaligen Zeitpunkt vorstellte.

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