Julian Assanges Verlobte appelliert an australische Regierung

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24-06-20 09:42:00,

Von
Oscar Grenfell

24. Juni 2020

Stella Morris, die Verlobte von Julian Assange und Mutter seiner beiden kleinen Kinder, hat am Sonntag einen eindringlichen Aufruf an die australische Regierung gerichtet. Sie fordert sie auf, die Auslieferung des WikiLeaks-Gründers an die USA zu verhindern und für seine Freiheit einzutreten. Weil Assange amerikanische Kriegsverbrechen aufgedeckt hat, droht ihm in den USA lebenslange Haft.

Morris war in der Sendung „60 Minutes“ auf Channel Nine zu sehen. Der 24-minütige Beitrag lieferte eine objektive Darstellung der jahrzehntelangen willkürlichen Inhaftierung Assanges, zunächst in der Londoner Botschaft Ecuadors, wo er als politischer Flüchtling lebte, und seit April 2019 im Hochsicherheitsgefängnis von Belmarsh.

Das von Tara Brown moderierte Programm war seit Beginn der Coronavirus-Pandemie die erste Dokumentation, die sich in den australischen Medien ernsthaft mit Julian Assanges Notlage auseinandersetzte.

Trotz der Tatsache, dass er ein australischer Journalist ist, der von den mächtigsten Regierungen der Welt wegen seiner Publikationstätigkeit verfolgt wird, halten die bürgerlichen Medien seit mehr als drei Monaten eine wirksame Nachrichtensperre über Assange aufrecht. Dies geht Hand in Hand mit der Weigerung der australischen Regierung, der Labor-Opposition und aller offiziellen Parteien, den WikiLeaks-Gründer zu verteidigen.

Stella Morris in der Sendung „60 Minutes“ (Screenshot, Nine Media)

Morris wies darauf hin, dass Assanges physische und psychische Gesundheitsprobleme sich durch die Haft in Belmarsh, dem „Guantanamo Bay Großbritanniens“ (wie sie es nannte), stark verschlimmert haben.

„Es geht ihm sehr schlecht, und ich bin nicht sicher, ob er das alles überlebt“, sagte sie. „Jetzt sitzt er im schlimmsten Gefängnis Großbritanniens. Es ist ein Hochsicherheitsgefängnis. Jeder fünfte Gefangene ist ein Mörder. Er dürfte überhaupt nicht dort sein. Er ist kein Krimineller, er ist kein gefährlicher Mensch, er ist ein sanftmütiger intellektueller Denker und Journalist. Solche Menschen gehören nicht hinter Gittern.“

Morris erklärte, sie mache sich wegen Assanges Bedingungen große Sorgen. Aufgrund des Corona-Lockdowns könne sie ihn seit Februar nicht mehr besuchen. Trotz der heftigen Infektionen im gesamten britischen Strafvollzug, auch in Belmarsh, und der Anfälligkeit von Assange für das Virus als Folge eines chronischen Lungenleidens hat man ihm die Freilassung auf Kaution verweigert.

„Jedermann kann sich vorstellen wie es ist, von seiner Familie getrennt zu sein und 23 Stunden am Tag allein in einem winzigen,

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