Britische Regierung hält weiter an der Idee eines Covid-19-Immunitätsausweises fest

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25-06-20 07:00:00,

Kritik in Großbritannien wird lauter, auch an der Aussagekraft der existierenden Tests von Abbott und Roche. Studien lassen vermuten, dass Antikörper bald wieder verschwinden, schwach und asymptomatisch Infizierte bilden kaum welche aus

Die britische Regierung unter Boris Johnson setzt weiter auf eine Immunitätsstrategie mit Immunitätsausweisen, um möglichst schnell aus dem “Winterschlaf” (hibernation) wieder aufzutauchen. Großbritannien hat die höchste Zahl an Toten, die an oder mit dem Coronavirus gestorben sind, was wohl auch eine Folge des anfänglich von der britischen Regierung Konzepts der Herdenimmunität war, bis Johnson aufgrund von Prognosen über viele Tote doch einen Lockdown vollzog. Ab 4. Juli soll nun der “nationale Winterschlaf” beendet sein, in dem Pubs, Restaurants, Kinos, Museen, Hotels etc. wieder öffnen – allerdings unter Sicherheitsregeln. Wales, Schottland und Nordirland folgen jedoch eigenen Strategien.

Für die Umsetzung von Immunitätsausweisen könnte die deutsche Firma IDnow, die seit Ende 2019 auch in Großbritannien tätig ist, in Frage kommen. Am 9. Juni meldete die Firma, dass Gespräche mit der britischen Regierung über die Erstellung von Immunitätsausweisen für Menschen stattfinden, die von Covid-19 genesen sind. Mit der ID-Technik könne festgestellt werden, wer kürzlich getestet wurde und zurück an den Arbeitsplatz oder in ein Flugzeug steigen darf.

Die Firma wirbt mit KI-basierter Technik zur Prüfung des Ausweises mit der Smartphone-Kamera, der biometrischen Erfassung des Gesichts und einer Identifizierung per Video-Chat. IDnow erklärt, man benutze nicht den Begriff des Immunitätsausweises, das mache die britische Regierung. Man stelle nur die Identifizierungstechnik bereit, das könnten auch die von der Regierung gespeicherten Testergebnisse sein.

Weitere Firmen stehen in den Startlöchern, um aus möglichen Immunitätsausweisen ein Geschäft zu machen. Mit IDnow konkurriert beispielsweise die britische Firma Onfido. In Deutschland bietet AU-Schein.de von Can Ansay bereits solche Immunitätsausweise für Menschen an, die positiv auf Sars-CoV-2-Antikörper getestet wurden.

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn wollte sie auch bereits im Mai in das “Zweite Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite” aufnehmen und verstand sie wie Impfpässe. Das geschah auch im Zusammenhang mit einem Deal mit Roche zur millionenfachen Lieferung des neuen Antikörper-Bluttests Elecsys. Spahn zog dann das Vorhaben wieder aus dem Gesetz zurück und schaltete den Ethik-Rat ein, die es zuerst prüfen sollten. Bekanntlich hat die WHO,

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