Kevin Kühnert beweist einmal mehr, wie sinnlos es ist, auf einen Erneuerungsprozess der SPD zu setzen

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26-06-20 07:28:00,

Der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert wird von den Medien hofiert und in steter Regelmäßigkeit als die Zukunft der SPD verkauft. Die NachDenkSeiten betrachteten diese Personalie stets mit großer Skepsis. Vor allem bei friedenspolitischen Fragen hat sich Kühnert immer wieder als Nullnummer erwiesen. Wie berechtigt unsere Skepsis war und ist, zeigt ein aktuelles Interview, das Kühnert der WELT gegeben hat. Darin nimmt er massiv Einfluss auf die innerparteiliche Debatte der Linken und schießt mit scharfen Pfeilen gegen den Linken-Abgeordneten Andrej Hunko, den er einen „wunderlichen Onkel“ nennt. Kühnerts Groll richtet sich dabei vor allem auf die Kritik an den Corona-Maßnahmen und die Friedenspolitik von Teilen der Linken. So sei die Linkspartei „schwerlich ernstzunehmen“ und eine rot-rot-grüne Koalition nicht denkbar. Eine Steilvorlage für den Kipping-Flügel, der die Linkspartei ohnehin in strittigen Fragen auf Koalitions- und damit auf SPD-Kurs bringen will. Von Jens Berger.

In der Linkspartei gibt es also „ein paar Leute“, die der Juso-Vorsitzende „schwerlich ernstnehmen kann“. Dazu zählt nach Kühnerts Worten vor allem „ein Herr Hunko, der nach Venezuela fährt und sich dort mit Maduro trifft oder der zu sogenannten Hygiene-Demos geht“. Der Herr Hunko sei daher „kein Partner“ für ihn. Der SPD-Politiker „erwartet“ (sic!) von einer „Partei, die Verantwortung übernehmen will“, dass sie nicht „jeden noch so wunderlichen Onkel immer und immer wieder in Ämter hievt“. Damit spielt er offensichtlich auf die Wahl Hunkos zum Fraktionsvize an. Wasser auf die Mühlen des Kipping-Flügels, der die Partei ebenfalls im kühnertschen Sinne auf Koalitionskurs bringen will und der in friedenspolitischen Fragen und bei der – nicht vorhandenen – Kritik an den Corona-Maßnahmen ohnehin deckungsgleiche Positionen wie Kühnert vertritt.

Was ist davon inhaltlich zu halten? Fangen wir mit den „sogenannten Hygiene-Demos“ an. Richtig ist, dass Andrej Hunko eine Rede auf einer von linken Aktivisten organisierten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen gehalten hat. Der Inhalt dieser Rede ist auf Hunkos Internetseite veröffentlicht und auch Kevin Kühnert hätte sich diese Rede ja mal anschauen und inhaltlich dazu Position beziehen können. Was Hunko sagt, ist nämlich äußerst differenziert. In einem Interview mit den NachDenkSeiten hatte Andrej Hunko bereits vor einem Monat seine Position zu den Maßnahmen erklärt und auch Stellung zur parteiinternen Kritik an seinem Auftritt bezogen. Aber für Kühnert gibt es diesbezüglich offenbar nur schwarz oder weiß – entweder man stellt sich,

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