Die Corona-Gefahr

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27-06-20 07:48:00,

Covid-19-Letalität: Wie man es nicht macht
von Swiss Policy Research

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Covid-Todesfälle in Schweden: Vorhersage nach dem Modell des Imperial College London (keine oder moderate Maßnahmen) gegenüber der Realität ohne Lockdown (HTY / FOHM)

Ein deutscher Medizinprofessor argumentiert, die Sterblichkeitsrate von Covid-19 (IFR) sei „fünf- bis zehnmal höher“ als die IFR der saisonalen Influenza. Doch er begeht zwei klassische Fehler.

Zunächst vergleicht er die IFR der saisonalen Influenza (bis zu 0,1 Prozent) mit frühen Modellvorhersagen der Covid19-IFR. Diese frühen Modellvorhersagen erwiesen sich jedoch als völlig unrealistisch (siehe Grafik oben). Zuletzt reduzierte sogar die US-Gesundheitsbehörde CDC ihren (immer noch vorsichtigen) Covid-IFR-Wert auf nur noch 0,26 Prozent („best estimate“).

Der Professor schreibt sodann, dass Antikörperstudien in Brasilien und Spanien eine IFR von 1 Prozent oder mehr ergaben. Doch das stimmt nicht: Der Professor verwechselt die sogenannte „rohe IFR“ (Todesfälle geteilt durch Infektionen in einer Studiengruppe) mit der bevölkerungsbasierten IFR, die an das Alters- und das Risikoprofil einer Bevölkerung angepasst ist.

Diese Unterscheidung ist zentral, da Covid-19 hauptsächlich ältere Hochrisikogruppen (tödlich) betrifft: Tatsächlich ereigneten sich 40 bis 80 Prozent der „Covid-bedingten“ Todesfälle in Pflegeheimen. Wenn jedoch zehn von einhundert Pflegepatienten sterben, bedeutet das nicht, dass 10 Prozent der gesamten Bevölkerung sterben werden.

Beispielsweise hatte das berühmte Kreuzfahrtschiff Diamond Princess mit seinen meist älteren Passagieren eine „rohe IFR“ von etwa 1,5 Prozent. Basierend auf diesem Wert berechnete Stanford-Professor John Ioannidis bereits im März eine bevölkerungsbasierte Covid-IFR von etwa 0,13 Prozent für die gesamte US-Gesellschaft.

Der deutsche Professor erwähnt zwar die Streeck-Antikörperstudie zum Hotspot in Gangelt, die eine bevölkerungsbasierte IFR von 0,36 Prozent ergab. Er erwähnt jedoch nicht, dass dies eine Obergrenze war: Der bereinigte IFR betrug 0,27 Prozent und das mittlere Todesalter betrug 81 Jahre.

Die meisten Antikörperstudien zeigen eine bevölkerungsbasierte IFR zwischen 0,1 und 0,3 Prozent, was mit einer schweren Influenza vergleichbar ist. Für Menschen unter 50 Jahren liegt die Covid-IFR sogar eher tiefer als bei der Influenza. Einige Hotspots zeigten lokal höhere IFRs von bis zu 0,7 Prozent, aber diese Orte waren zumeist von einem Zusammenbruch des Pflegesystems betroffen.

In jüngerer Zeit haben immunologische Untersuchungen zudem gezeigt,

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