Die Propaganda-Pandemie

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27-06-20 07:48:00,

Es ist Dienstag, der 14. Juni 2020. Seit etwa einem Monat haben fast sämtliche Medien in beeindruckender Synchronizität damit begonnen, ihre Berichterstattung über SARS-CoV-2 umzustellen: Das Virus erscheint weniger im Zeichen apokalyptischer Dauererregung, sondern mehr als unangenehmer Umstand, der uns lange begleiten wird und jederzeit wieder sein Haupt erheben kann. Die Bürger tragen den Terror der Pandemie in sich, es bedarf keiner sensationellen Zahlen mehr, um sie den Ansagen des Ausnahmezustands zu unterwerfen. Am 14. Juni 2020 lautet der Stand der Dinge: Seit Ausbruch der Pandemie in Deutschland wurden 186.269 Infizierte gemeldet. 247 Fälle mehr als am Vortag. Ca. 172.200 Infizierte gelten als genesen. 8.787 Tote waren mit dem Virus infiziert.

Schauen wir uns die Zahlen an jenem Tag näher an: In ganz Deutschland sind demnach heute maximal ca. 14.000 Menschen als „infiziert“ identifiziert. Wie es diesen Infizierten geht, scheint niemanden richtig zu interessieren oder es könnte die Macht der schieren Quantität brechen. Deshalb mit guten Gründen grob geschätzt: Anders als der Begriff „genesen“ impliziert, ist von den positiv Getesteten nur ein Bruchteil symptomatisch erkrankt. Vermutlich werden von diesen 14.000 etwa 7.000 gar keine Symptome zeigen, 5.000 werden an leichten bis mittleren Beschwerden leiden. 2.000 befinden sich in klinischer Behandlung, und von denen wiederum bedürfen etwa 400 intensivmedizinischer Betreuung. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden von Letzteren etwa 20 Menschen sterben. Die meisten waren dann mit Sicherheit über 80 Jahre alt und aufgrund verschiedener Vorerkrankungen geschwächt. Zusammengefasst: am 14. Juni leiden von 80 Millionen Einwohnern etwa 2.000 an einer schweren Grippe, einige Alte werden daran sterben.

Seit einigen Wochen musste ich erleben, wie tiefsinnige, politisch mutige und kritische Menschen sich dutzendfach den Schrecken der Pandemie ergaben. Selbst jene mittleren Alters und bei bester Gesundheit zittern bei der Vorstellung, selbst an Covid-19 zu erkranken. Auf jeden Relativierungsversuch meinerseits folgen unweigerlich tief beseelte Beschwörungen der „Bilder aus Bergamo“ und der „unfasslichen Leichenberge von New York“. Auf der Straße treffe ich auf mundschutzbewehrte Zeitgenossen, in Supermärkten kurven missmutige Kunden um andere missmutige Kunden — stets auf Abstand bedacht. Noch am 31. März hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) das Tragen von Schutzmasken etwa in Supermärkten für überflüssig gehalten, Fachärzte hatten darauf hingewiesen, dass dieser Mundschutz eher respiratorische Krankheiten hervorruft als verhindert. Doch die wachsamen Mitbürger dulden keinen Zweifel. Worum es eigentlich noch geht, wissen die meisten allerdings nicht.

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