Mangrovenwälder – ein übersehener Baustein im Klimapuzzle

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27-06-20 01:32:00,

Mangrovenwald in Kambodscha. © CC

Mangrovenwälder bedecken laut dem «WWF» 14 Millionen Hektaren aller tropischen Küstenräume. © Wikimedia, CC

Mangrovenwurzeln an der australischen Küste in der typisch gebogenen Form © CC

Das «Restaurante Bienvenidos» an der Küste von Ecuador © cm

Daniela Gschweng / 27. Jun 2020 –

Noch sind sie gut gerüstet gegen steigenden Meeresspiegel, der Verlust von Mangrovenwäldern hätte aber unangenehme Folgen.

Hätte der Mensch nicht eingegriffen, wären die meisten tropischen und subtropischen Küsten der Erde grün. «Typisch» weisse Bilderbuchstrände sind oft Küstenabschnitte, an denen Mangrovenwald gerodet oder trockengelegt wurde. Ein touristisches Highlight, aber ein ökologischer Fehler, wie sich vielerorts herausstellt.

Als Mangroven zählen gegen 70 Arten von Büschen und Bäumen, die in der Brackwasserzone leben. Sie kommen mit Salzkonzentrationen zurecht, an denen die meisten anderen Pflanzen eingehen würden. Zweimal täglich überflutet zu werden, macht ihnen nichts aus. Mit Stürmen werden sie gut fertig, weil ihr Wurzelgeflecht gleichzeitig fest und flexibel ist. Dabei befestigen sie die Küsten und nehmen die Energie grosser Wellen auf.

Unbeachteter CO2-Schlucker

In der Klimabilanz werden Mangroven oft vernachlässigt, dabei speichern sie drei- bis fünfmal so viel CO2 wie Wälder an Land. Das sind wichtige Eigenschaften in der fortschreitenden Klimakrise. Ausgerechnet die Erderwärmung könnte den Küstenwäldern jedoch den Garaus machen – wenn der Meeresspiegel zu schnell steigt.

Mangrovenwurzeln – hier an der australischen Küste – haben eine typisch gebogene Form. (CC)

Die Wurzeln der Mangrovenbäume sichern nicht nur die Befestigung, sie sind auch Atmungsorgan. Im Schlick, in dem sie stecken, gibt es den für ihre Zellbildung notwendigen Sauerstoff nicht ausreichend. Die Magroven bilden deshalb sogenannte Pneumatophoren, die wie ein Schnorchel funktionieren und Sauerstoff von der Wasseroberfläche aufnehmen können.

Gegen den steigenden Meeresspiegel sind die Mangroven eigentlich gut gewappnet, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Steigt das Wasser zu sehr, ertrinken sie. Das hat eine Gruppe von Forschern aus Australien, Singapore, China und den USA herausgefunden.

In der im Magazin «Science» publizierten Studie untersuchte sie Sediment-Datenbanken aus einer Zeit, in der der Meeresspiegel viel stärker stieg als heute.

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