Staatliche Rettung der Lufthansa – eine Schmierenkomödie, mehrfach

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29-06-20 03:58:00,

Ab 3. März 2020 kauften sich Spekulanten wie Heinz Hermann Thiele und noch ganz andere schrittweise in die abstürzende Lufthansa AG ein. Mit geübtem Gespür für das staatliche Pandemie-Management wussten sie, was dann passiert. Beschäftigte, Umwelt und Staatshaushalt werden belastet, Spekulanten belohnt. Verantwortungsvolle Umstrukturierung sähe ganz anders aus und wäre möglich. Von Werner Rügemer.

Am 25. Juni bei der außerordentlichen Hauptversammlung der Lufthansa AG stimmten die Aktionäre dem Rettungsplan der Bundesregierung zu. Der Staat bringt 9 Milliarden Euro auf, als 20-prozentigen Anteil an den Aktien sowie als Kredite. Damit soll die wegen der Corona-Pandemie abgestürzte deutsche Fluggesellschaft gerettet werden. Der Staat will ab 2023 wieder aussteigen, nach der erhofften Sanierung.

Herr Thiele ist unzufrieden mit seinem Staat

Diese Entscheidung war lange unsicher. Vor allem der neue Hauptaktionär Heinz Hermann Thiele hatte gedroht, das staatliche Rettungspaket bei der anstehenden außerordentlichen Hauptversammlung der Aktionäre abzulehnen. Herr Thiele ist übrigens ein Spekulant: Er hatte sich unter dem Schirm der alles beherrschenden „Corona-Hysterie“ seine 15,5 Prozent der Aktien genau ab dem 3. bis 16. März 2020 still und heimlich zusammengekauft. Nach der öffentlichen Bekanntgabe des Rettungspakets (Finanzminister Scholz: So geht „Wumms“) war er ganz, ganz sicher und hat wumms schnell noch die letzten 5 Prozent dazugekauft. So geht „Wumms“![1]

Und nun wurde Thiele frech: Der Einfluss des Staates sei zu groß! Der Staat soll seine Milliarden abliefern, er kriegt eine stille Beteiligung – das reicht dem Staat, der soll die Klappe halten, teilte der Multimilliardär per FAZ der Merkel-Regierung mit. Damit lässt sich unsere beziehungsweise seine Bundeskanzlerin kommentarlos öffentlich vorführen. Sie hält die Klappe, sie muss ja regieren und die Bürger zu Mund- und Nasenschutz aufrufen.

Der Thiele blieb frech, die ganze Zeit von der Verkündung des Rettungsprogramms bis eine Minute vor der Hauptversammlung. Obwohl doch die kapitalfromme Bundesregierung schon so zurückhaltend wie möglich war: Sie bleibt mit den 20 Prozent unter der 25-Prozent-Beteiligung: Nicht mal die damit mögliche Sperrminorität will sie haben. Und sie verzichtet darauf, selbst ihre Vertreter im Aufsichtsrat vorzuschlagen: Dieses Recht gesteht sie ausschließlich dem Lufthansa-Aufsichtsrats-Vorsitzenden Karl-Ludwig Kley zu.[2]

Aber Herr Thiele war immer noch sehr sehr unzufrieden: Obwohl sein Aktienpaket nur dadurch seinen Milliardenwert behält, dass der Staat bzw. sein Staat einsteigt, worauf Thiele ja spekuliert hat und sich verlassen konnte.

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