Guy Standing: bedingungsloses Grundeinkommen | KenFM.de

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30-06-20 02:26:00,

Von Sean Henschel.

Bei der Frage, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen eine gute Initiative wäre, gehen die Meinungen auseinander. Die einen halten ein Grundeinkommen für einen Weg, mit der die steigende Ungleichheit und Unsicherheit auf innerstaatlicher Ebene eingegrenzt werden könnte, während andere davon ausgehen, dass dies nur Faulheit und ein schmarotzerhaftes Dasein in der Gesellschaft fördern würde.

Das zuletzt erschienene Buch „Battling Eight Giants“ von Guy Standing, Professor an der britischen Universität SOAS (School of Oriental and African Studies), fasst nochmals die wesentlichen Punkte eines Grundeinkommens zusammen und stellt die bisherigen Erfahrungswerte dar. Es handelt sich um ein Buch, das kurz gefasst als Einstiegslektüre in die Thematik bestens geeignet ist, auch wenn die britische Gesellschaft in den Vordergrund gestellt wird. Zusammengefasst beinhaltet Guy Standings Grundeinkommensmodell folgende Punkte:

Basiseinkommen

Die Höhe des Einkommens sollte derart bemessen sein, dass es einen signifikanten Unterschied, eine wesentliche Besserstellung, zum Einkommen derjenigen darstellt, die gegenwärtig ein sehr geringes Einkommen erhalten. Allerdings soll lediglich eine gewisse Grundsicherheit und keinesfalls eine totale Sicherheit geboten werden.

Geld

Das Grundeinkommen würde in Geldform oder in Form eines gleichwertigen Ersatzes bereitgestellt werden und wäre auch nicht zweckgebunden.

Regelmäßigkeit und Vorhersehbarkeit

Das Grundeinkommen wäre als Auszahlungsanspruch konzipiert, der in regelmäßigen Abständen, beispielsweise monatlich ausgezahlt werden würde.

Individuell

Das bedingungslose Grundeinkommen würde jedem erwachsenen Individuum, unabhängig von Geschlecht, Ehe oder Familienstand, Einkommen oder Vermögen, Beschäftigungsstatus oder Behinderung ausgezahlt werden.

Bedingungslos

Wie der Name schon sagt, spielt die Bedingungslosigkeit ein zentrales Element im Rahmen des bedingungslosen Grundeinkommens. Eine verhaltensbedingte Auszahlung, geknüpft an eine arbeitsuchende oder anderweitige Tätigkeit wäre somit von vornherein ausgeschlossen. Zudem wäre das Grundeinkommen bedingungslos in der Hinsicht, dass Aktivitäten in der Vergangenheit oder Gegenwart unbeachtet bleiben würden. Jemand, der in der Vergangenheit wegen schwerer Vermögensdelikte straffällig wurde, könnte sich auf das bedingungslose Grundeinkommen als Recht berufen. Wie das Geld ausgegeben wird, bleibt ebenfalls irrelevant für zukünftige Auszahlungen.

Anspruchsberechtigte

Anspruchsberechtigt wären lediglich rechtmäßig ansässige Einwohner um Missbrauchspotential zu begrenzen. Eine Kompatibilität mit EU-Recht müsste ebenfalls berücksichtigt werden.

Unwiderruflichkeit

Das bedingungslose Grundeinkommen wäre unwiderruflich im Hinblick auf die Veränderung persönlicher oder einkommensbedingter Veränderungen.

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