Venezuelas Goldreserven: High Court urteilt zugunsten Guaidos und erkennt ihn als Staatsсhef an

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02-07-20 01:23:00,

Im Streit um Goldreserven im Wert von etwa 890 Millionen Euro hat ein britisches Gericht zugunsten des venezolanischen Oppositionsführers und selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó entschieden. Dies melden internationale Nachrichtenagenturen unter Berufung auf eine entsprechende Entscheidung vom Londoner High Court.

Der High Court stellte nun fest, dass „die britische Regierung eindeutig“ den Oppositionsführer Juan Guaidó als Staatschef Venezuelas anerkennt habe. Daraus folge, dass Nikolas Maduro nicht mehr als Präsident Venezuelas betrachtet werde, so der zuständige Richter. Die Anwälte der Maduro-Seite kündigten umgehend an, in Berufung zu gehen.

#Breaking The UK Government has “unequivocally recognised” opposition leader Juan Guaido as president of Venezuela, the High Court has ruled in a battle over one billion US dollars (£800 million) of gold bullion pic.twitter.com/UOPWcxHUid

— PA Media (@PA) July 2, 2020

„Es gibt keinen Grund, Guaido als Präsident de jure und Maduro als Präsident de facto anzuerkennen“, heißt es unter anderem.

Hintergrund

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AFP 2020 / ADRIAN DENNIS

Im Mai war berichtet worden, dass die Zentralbank Venezuelas einen Rechtsanspruch gegenüber der Bank of England mit dem Versuch eingereicht hätte, die Bank of England zur Übergabe von Gold zu zwingen, damit die Regierung von Präsident Nicolas Maduro im Kampf gegen die Corona-Pandemie über ausreichende Mittel verfügen kann.

Die Bank of England verweigerte jedoch die Herausgabe, weil die Goldreserven auch von der Gegenregierung unter der Führung Guaidós beansprucht werden.

Die Bank of England bietet ihre Leistungen als Goldbewahrer für viele Entwicklungsländer an. Seit 2018 verzögert die Bank die Übergabe von 31 Tonnen venezolanischen Goldes an Maduro, den Großbritannien nicht als legitimes Staatsoberhaupt anerkennt. 

Juan Guaidó erklärt sich zum Interimspräsidenten

Am 21. Januar 2019 war es in Venezuela zu Massenprotesten gegen Staatschef Nicolás Maduro kurz nach dessen Vereidigung gekommen. Parlamentschef Juan Guaidó erklärte sich am 23. Januar zum Interimspräsidenten. Die USA und einige andere Länder erkannten Guaidó umgehend als legitimen Präsidenten an.

Russland, China, die Türkei und einige andere Länder unterstützten Nicolas Maduro als legitimen Staatschef Venezuelas. In Moskau wurde der „Präsidentenstatus“ von Guaido als nicht existent bezeichnet. Maduro selbst bezeichnete Guaido als Marionette der USA.

ak/ae/dpa

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