Wirklich geschickte Desinformation: Russland zahlt angeblich den Taliban Kopfgeld für tote US-Soldaten | Anti-Spiegel

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02-07-20 06:35:00,

Die Medienberichte über Kopfgelder für tote US-Soldaten, die Russland angeblich den Taliban angeboten haben soll, sind unfreiwillig entlarvend. Und die Geschichte, die den deutschen Lesern so dramatisch präsentiert wird, wird nur durch massives Lügen und Weglassen dramatisch.

Das lustige an der Geschichte über die russischen Kopfgelder für tote US-Soldaten ist die Quelle. Es gibt nämlich keine. Die Geschichte wurde von der New York Times in die Welt gesetzt und sie hat keine einzige Quelle und keinen Beleg für die Geschichte genannt.

Ungenannte Geheimdienstquellen

Stattdessen hat sich die New York Times auf ungenannte Quellen in Geheimdiensten und Regierung berufen. Wenn aber Geheimdienstler Geheimnisse ausplaudern, dann ist das Verrat und dafür geht man ins Gefängnis. Wenn also Zeitungen sich auf „ungenannte Geheimdienstquellen“ berufen und danach kein Geheimdienst die undichte Stelle sucht und niemand wegen Geheimnisverrat angeklagt wird, dann ist höchste Vorsicht geboten. Das habe ich in meinem ersten Artikel über diesen angeblichen Skandal ausführlich aufgezeigt, Sie können es hier nachlesen.

Die „Qualitätsmedien“ tun in solchen Fällen immer etwas sehr interessantes. Sie berichten über den Artikel der New York Times. Und ein oder zwei Tage später kann man dann schon folgendes lesen, wie ein Spiegel-Artikel mit der Überschrift „Brisante Enthüllungen – Pentagon prüft Hinweise für russisches Kopfgeld auf US-Soldaten“ vom 1. Juli zeigt:

„Mehrere US-Zeitungen hatten sich auf Geheimdienstinformationen berufen, wonach russische Agenten militanten Islamisten von den Taliban Geld für Angriffe auf US-Stellungen versprochen haben sollen.“

Diese „mehreren US-Zeitungen“ haben alle nur über den Artikel der New York Times berichtet, doch für den Leser klingt es nun so, als hätten ganz viele Zeitungen unabhängig voneinander von der Sache gehört und darüber berichtet. Das klingt für den Leser dann schon sehr überzeugend, es ist aber eine bewusste Irreführung der Leser.

Nachdem die Medien diese Geschichte, die eine einzige Zeitung ohne Quellenangabe in die Welt gesetzt hat, gemeldet haben, können sie ihre eigenen Berichte über diesen einen Artikel nun als Berichte „mehrerer Zeitungen“ bezeichnen. Danach kommt der nächste Schritt. Nun wird es bereits als erwiesene Wahrheit dargestellt.

Beim Spiegel dauerte das nur fünf Stunden. Der eben zitierte Artikel erschien um 1. Juli um 1.40 Uhr. Schon am gleichen Tag um 6.46 Uhr legt der Spiegel unter der Überschrift „Streit in den USA um Kopfgeld-Affäre – Trump brüskiert das Militär“ nach.

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