Absurdität der Woche: Twitter und das Afroamerikanische Meer | Anti-Spiegel

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03-07-20 06:27:00,

Twitter hat heute mitgeteilt, dass es bei der Plattform keine „Blacklist“ mehr geben wird, weil die Bezeichnung rassistisch sei. Welche Worte bei Twitter noch gestrichen werden und wie der russische Humor darauf reagiert, will ich zum Abschluss dieser Woche hier erzählen.

Zum Wochenende bringe ich gerne eine Meldung, die ich lustig oder absurd finde, was natürlich auch Geschmackssache ist. Aber die folgende Meldung finde ich absurd.

Um Missverständnisse zu vermeiden muss ich es wie immer im Vorwege sagen: Rassismus ist in meinen Augen inakzeptabel und ich kämpfe dafür, dass jeder die gleichen Chancen im Leben hat, und nicht wegen Hautfarbe, Religion, ethnischer Zugehörigkeit, sexueller Orientierung oder was auch immer benachteiligt wird. Das ist in meinen Augen selbstverständlich.

Aber ich bin dafür, dass man im Kampf gegen Rassismus und für Chancengleichheit für Dinge kämpft, die auch etwas bringen. Es bringt überhaupt nichts, Denkmäler von Menschen abzureißen, die seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten tot sind, wenn man gleichzeitig durch die Globalisierung die Ausbeutung schwächerer und armer Länder, zum Beispiel in Afrika, weiterhin fördert. Die Bilderstürmer sollten lieber vor Konzernzentralen demonstrieren, als Denkmäler anzugreifen, wenn sie den Menschen in Afrika helfen und ein Zeichen gegen die Kolonisierung setzen wollen.

Was bringt der Protest gegen die Kolonisierung der Vergangenheit, wenn man nicht gegen die Fortsetzung der Kolonisierung – heute als Globalisierung gefeiert – vorgeht? Warum ich das so sehe, habe ich hier erklärt.

Auch immer neue Sprachverbote bringen nichts. Dadurch, dass man in den USA in den letzten Jahrzehnten die Bezeichnungen von „Neger“, über „Schwarzer und „Farbiger“ zu „Afroamerikaner“ geändert hat, wurde die Lage der betroffenen Menschen keinen Deut besser. Statt dieser Scheingefechte hätte man lieber Geld in die Hand nehmen sollen, um den Menschen in den Armenvierteln eine vernünftige Ausbildung zu geben, damit sie aus dem Teufelskreis der Armut ausbrechen können.

Kurz und gut: Die Missstände müssen dringend behoben werden, aber bitte mit Maßnahmen, die in der Gegenwart ansetzen und in die Zukunft wirken und nicht mit Bildersturm und Sprachverboten.

Twitter geht jedoch unbeirrt den Weg der Sprachverbote. Heute wurde bekannt, dass die „Blacklist“ bei Twitter nicht mehr „Blacklist“ heißen darf. Das sei rassistisch. Ab sofort muss es „Denylist“ heißen. Auch die Worte „Slave“ und „Master“ sind neuerdings verboten, es muss nun „Follower“ oder „Primary“ und „Replica“ heißen.

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