Nordost-Syrien: Ölkatastrophe unter US-Aufsicht

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03-07-20 06:30:00,

Pumpe auf einem syrischen Ölfeld im Nordosten. Bild von 2006: Aram33/gemeinfrei

Die maroden Ölanlagen und Pipelines werden nicht repariert; Lecks sorgen zusammen mit Überflutungen seit Jahren dafür, dass sich toxische Stoffe weit verteilen

Das Erdöl im Nordosten Syriens macht Probleme. Der Rauch, der bei den improvisierten groben Raffinerietechniken – nach dem Prinzip “hauptsächlich Feuer machen” (Mohammed Khalaf) – entsteht, schwärzt Kleider, das Wasser in Trinkwassertanks und geht an die Gesundheit der Menschen wie auch ihrer Nutztiere.

Tausende solcher improvisierten “Raffinerien” soll es auf dem Gebiet geben, das unter der Leitung der kurdischen Selbstverwaltung steht, die auf die Einkünfte der Ölförderung angewiesen ist. Solange es keine Abmachung mit der syrischen Regierung gibt und solange es mit Erdogan keine Friedensverhandlungen gibt, denen zu trauen wäre, liefert die Präsenz der US-Truppen überlebensnotwendige Garantien für die autonome Selbstverwaltung im Nordosten Syriens.

“We keep the oil” (“Wir behalten das Öl”), so begründete Trump den Rückzug von den Abzugsplänen, die er zuvor geäußert hatte. Es sollte trotz entgegen seiner ursprünglichen Äußerungen doch einige Hundert US-Soldaten bleiben, um “auf die Ölquellen aufzupassen”, damit sie mehr nicht den IS-Milizen in die Hände fallen. Die Einnahmen sollten den Kurden zukommen.

Die Geschäfte sind allerdings genauso schwierig und verzwickt wie die politische Situation. Übereinkünfte mit arabischen Stämme würden zum Teil mit Erdöl bezahlt, so berichtet es al-Monitor. In früheren Meldungen wurde davon berichtet, dass das Öl auch an die syrische Regierung verkauft wird und über Umwege selbst an die Türkei, wo die Kurden der selbstverwaltung bekanntlich als Terroristen gelten.

Produktionsdruck

Es herrscht also ein beträchtlicher Produktionsdruck, dem das Fördersystem nicht gewachsen ist. Alles Professionelle an der Ölförderung und -verteilung im Nordosten Syriens ist mit dem Krieg so gut wie verschwunden, ein paar Techniker und Ingenieure aus Damaskus sollen zwar regelmäßig vor Ort sein, aber was sie genau machen, ist unklar. Feststeht nur, dass sie die großen Schäden nicht beheben können. Auch aus dem Ausland kommt dafür keine Hilfe. Soweit es sich aus dem aktuellen Hilfsprogramm der USAID entnehmen lässt, stehen die Ölanlagen im Nordosten Syrien nicht auf der Liste.

Dringend nötig wäre diese Hilfe, aber die von einer Militärstrategie gegen Iran geprägte Haltung der US-Regierung hat daran kein Interesse

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