Wissenschaft und Wirklichkeit | Von Rüdiger Rauls | KenFM.de

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06-07-20 03:13:00,

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Ein Standpunkt von Rüdiger Rauls.

Wirklichkeit belehrt Wissenschaft

Wissenschaft schafft nicht nur Wissen sondern auch Verunsicherung. Neue Erkenntnisse stellen alte Gewissheiten in Frage. Worauf aber ist noch Verlass? Denn die Wissenschaftsgesellschaft verliert den Blick für die Wirklichkeit.

Im Dienst der Interessen

In den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen nimmt die Wissenschaft eine immer bedeutendere Stellung ein. Jeder beruft sich auf sie, der seinen Ansichten Nachdruck verleihen will. Da sie den Ruf der Neutralität hat, gilt sie als unverdächtig. Damit ist sie ein idealer Deckmantel, hinter dem sich die Interessen verstecken können.

Dieses Bild der Neutralität bekommt Risse. Immer häufiger stützen sich die gesellschaftlichen Gruppen mit ihren Interessen auf wissenschaftliche Erkenntnisse, Studien und Theorien als Beweis für die Richtigkeit der eigenen Ansichten. Die Gesellschaft wird überschwemmt mit Wissenschaftlichkeit. Sie ist das neue Glaubensbekenntnis, das Credo der Wissensgesellschaft. Was wissenschaftlich ermittelt ist, ist glaubhaft und scheint auch geglaubt werden zu müssen.

Andererseits entsteht zunehmend der Eindruck, dass wissenschaftlich unterlegte Aussagen in erster Linie jenen gesellschaftlichen Kräften dienen, die die Studien in Auftrag geben oder finanzieren. Denn die Veröffentlichung der Ergebnisse liegt im Ermessen des Auftraggebers, nicht im Ermessen der Wahrheitsfindung. Wissenschaft erscheint deshalb immer häufiger als parteiisch und immer weniger neutral.

Da sie im Widerstreit der politischen Diskussionen als Verstärker der unterschiedlichen und gegensätzlichen Interessen eingesetzt wird, erscheint sie selbst auch als immer widersprüchlicher und beliebiger. Der Streit der Interessenvertreter färbt auf sie ab. Auch auf sie scheint immer öfter zuzutreffen: Wess‘ Brot ich ess, dess‘ Lied ich sing“.

Gesellschaftliche Auswirkungen

Der Eindruck verfestigt sich, dass auch der Wissenschaft nicht mehr zu trauen ist. Damit ereilt sie allmählich das Schicksal der politischen und staatlichen Einrichtungen, die in den Augen vieler Bürger gesteuert sind von undurchsichtigen Kreisen und geheimen Kräften.

Denn die Wahrheiten von heute, gelten morgen schon als widerlegt. Aber beide waren Ergebnisse wissenschaftlich durchgeführter Untersuchungen und deren Verfallsdatum wird immer kürzer. Zurecht stellt sich da die Frage: „Was ist denn nun richtig? Was ist wahr? Wer hat Recht?“ Viele wissen nicht mehr,

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