Es geht steil bergauf – mit der Angst

es-geht-steil-bergauf-–-mit-der-angst

22-07-20 04:56:00,

Coronavirus in Frankreich: Furcht vor Übersterblichkeit und zweiter Welle sorgen für mehr Schrecken als Terror und Gewalt

Die Politiker wie auch Medien können auf einen Sockel auf Angst in der Bevölkerung bauen. “Noch nie war die Beunruhigung (französisch: l’inquiétude) unserer Landsleute so hoch”, kommentiert die bürgerlich-konservative Zeitung Le Figaro eine Umfrage, bei der heraussticht, dass sich zwei Drittel der Franzosen vor einer zweiten Sars-CoV-2-Welle fürchten.

Insgesamt geben 68 Prozent der Befragten an, dass sie sich unsicher fühlen; die Angst vor der Corona-Pandemie nimmt dabei mit 66 Prozent die erste Stelle ein. Da aber seit Januar das Vertrauen in die Regierung, dass sie mit “täglichen Risiken” umgehen kann, laut dem Barometer des Meinungsforschungsinstituts Odoxa gewachsen ist, erklären sich die Analysten den rekordmäßigen Beunruhigungsausschlag mit einem “Umzug der Angst”.

Vor Corona hätten die Franzosen, wenn es um ihre Ängste und Sorgen ging, zwangsläufig an Gewalttätigkeiten, Unfälle, Verbrechen und Terroranschläge gedacht, mit der Pandemie habe sich das “Quartier der Ängste” verändert. Sie seien an die Front der Gesundheitsvorsorge umgezogen, wie man sich die Umfrageergebnisse beim Figaro erklärt.

Im Januar lag der Level der beunruhigten Bürgerinnen und Bürger noch bei 58 %. Seither ging der Wert um 10 Prozent steil nach oben. Nummer 1 ist wie erwähnt die Befürchtung des Risikos einer zweiten Corona-Viruswelle mit 66 Prozent. Mit großem Abstand (35 %) folgt die Sorge vor einem bösen Alltagsereignis, etwa Verbrechen oder Unfall. Nicht ganz jede(r) Dritte (29 Prozent) fürchtet das Risiko eines erneuten Terroranschlags wie auch solche durch gewalttätige Demonstrationen (wie schon im letzten Jahr gibt es Stimmen, die einen “heißen Herbst” auf der Straße ankündigen). Vor Cyberattacken fürchten sich 8 Prozent und 6 Prozent vor einem bewaffneten Konflikt.

Als bemerkenswert zeigt sich an der Umfrage auch, dass die Bevölkerung im Nachbarland, die ja oft als “widerspenstig” gezeichnet wird, mit den Regelungen gut zurechtkommt, die die Verbreitung des Coronavirus eindämmen sollen. 93 Prozent sind damit einverstanden, grundsätzliche Maßnahmen, wie etwa Abstandhalten, Händewaschen, kein Händeschütteln noch Monate lang beizubehalten, was für eine gewisse Verbreitung der Achtsamkeit spricht.

Die gerade in Frankreich verkündete “verschärfte Maskenpflicht”, für die Gesundheitsminister Olivier Véran an den “Bürgersinn” appelliert, wird leider nicht eigens in der aktuellen Umfrage angesprochen. Verhängt wurde sie für Geschäfte,

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: