Die Macht um Acht (57) “Die Anstalt stellt sich dumm!” | KenFM.de

die-macht-um-acht-(57)-“die-anstalt-stellt-sich-dumm!”-|-kenfm.de

23-07-20 01:24:00,

Lieber Herr Gellermann,

als Sie sagten “Das ist ein Schicksal. Das ist nicht eine Meldung.” liefen bei mir die Tränen. Wie wahr.

Ich danke Ihnen.

Ich kümmere mich auch um alte Menschen, die noch in ihrem Heim leben können und merke, dass ich seit Monaten mit der Angst im Herzen herum laufe, sie könnten ins Krankenhaus oder in die Pflege müssen. Ich kämpfe wie ein Löwe, damit es ihnen seelisch und körperlich gut geht weil ich eine solche Angst habe, dass sie in diese Situation kommen. Ich weiß auch nicht, ob ich es ertragen könnte, wenn ich meine Liebsten nicht mehr umarmen dürfte.

Und ich lächele, erzähle ermutigende Dinge und verschweige, was hier vor sich geht weil ich weiß, dass ihre psychische Situation es nicht erlaubt, solche Dinge zu erfahren. Ich fürchte, dass es sie erst recht um ihre Kraft bringt.

Und darum tut es gut, wenn jetzt mal die Tränen laufen.

Jetzt gerade, während ich das schreibe, wird ein betagter Nachbar mit dem Krankenwagen abgeholt und ich bete, dass er zurück kommen darf.

Einerseits mag man meinen, alles sei okay, wenn man so im Alltag durch die Straßen geht. Die Menschen verhalten sich, als sei alles wie gehabt….Andererseits beobachte ich ständig Ausnahmesituationen. Fällt es eigentlich niemandem auf, dass die Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen seit über 3 Monaten wirklich rund um die Uhr im Einsatz ist? Bei uns ist es jedenfalls so. Ich erlebte keinen einzigen Tag ohne Dauereinsätze. Selten mal eine Stunde ohne das Tönen der Sirenen. Ohne zu übertreiben- täglich wo ich gehe und stehe- Polizei im Einsatz.

Und dann andererseits all die einzelnen Menschen täglich, denen deutlich anzumerken ist, dass sie (wie auch immer geartet) unter Hochspannung stehen.

Ich habe bsw. neulich geistesabwesend einfach vergessen, meine Maske nach einer Bahnfahrt wieder abzusetzen und mir begegnete ein Mann ohne Maske, der mich derartig hasserfüllt anschaute, dass mir fast das Blut in den Adern gefror. Er sah so aus, als kämpfte er damit Amok zu laufen. Ein verzerrtes Gesicht, vor Wut funkelnde Augen, hochrot angelaufen. Ich fragte mich, warum mich so ein zorniger Blick trifft und dann fiel mir erst auf, dass ich meine Maske noch trug. Tja, dieser Mann hätte um ein Haar versehentlich eine Verbündete gekillt 🙂

Wir müssen wirklich aufpassen und sehr bewusst mit dieser Situation umgehen.

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: