Arte greift CIA-Bespitzelungen von Julian Assange auf

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24-07-20 09:00:00,

Ein Mitarbeiter von UC Global durchsucht Assanges Anwalt Aitor Martinez in der ecuadorianischen Botschaft in London. © Arte

WikiLeaks-Chefredaktor Kristinn Hrafnsson während einer Pressekonferenz vor dem Gericht in London. © Arte

Rafael Lutz / 24. Jul 2020 –

Weder SRF, ARD noch ZDF informierten über neue Zeugenaussagen im Gerichtsverfahren in Spanien. Arte sendete eine grosse Reportage.

Die US-Administration liess bislang keine Gelegenheit ungenutzt, das Leben des WikiLeaks-Gründers zur Hölle zu machen. Seit Jahren führt sie einen schonungslosen Kampf gegen Julian Assange. Selbst in der ecuadorianischen Botschaft in London spähten die US-Geheimdienste Assange aus. Infosperber hatte in drei Teilen darüber berichtet. In die Botschaft war Assange 2010 geflüchtet, um einer Auslieferung an die USA zu entgehen.

Ende Juni informierte der deutsch-französische Kultursender Arte in der Reportage «Grossbritannien: Global Assange» ausführlich über die Bespitzelung Assanges. Die beiden Arte-Journalisten und Filmemacher Étienne Huver und Marina Ladous recherchierten seit diesem März zur Affäre. Sie sprachen mit mehreren involvierten Personen. Darunter mit Rafael Correa, dem Ex-Präsidenten von Ecuador, Aitor Martinez, dem spanischen Anwalt Assanges, Fidel Narváez, dem ehemaligen ecuadorianischen Konsul in London sowie auch mit John Shipton, dem Vater von Assange.

Zur Erinnerung: Vergangenen Sommer reichte Julian Assange in Madrid gegen David Morales, den CEO der spanischen Sicherheitsfirma UC Global, Strafanzeige ein. Morales hatte im Auftrag der US-Geheimdienste den WikiLeaks-Gründer in der ecuadorianischen Botschaft in London ausgespäht. Mittlerweile führt die spanische Justiz ein Untersuchungsverfahren. Ebenso wie Infosperber haben sich auch die Arte-Journalisten die spanischen Gerichtsdokumente beschafft.

Aitor Martinez (mit rotem Pullover), Anwalt von Julian Assange, in der ecuadorianischen Botschaft in London. Quelle: Gerichtsakten

UC Global-Mitarbeiter: «Ich weiss alles über dich»

In einem Arte-Interview mit Assanges Anwalt Aitor Martinez erfährt man, dass es zur Strafanzeige dank drei Ex-Mitarbeitern von UC Global gekommen ist: «Ich bekam einen Telefonanruf. Der Anrufer meinte: Du kennst mich nicht, aber ich kenne dich sehr gut. Ich weiss alles über dich. Ich habe deine Gespräche aufgenommen. Ich habe dich verfolgt. Ich weiss alles, was du in der Botschaft getan hast». Martinez zeigte sich nach dem Telefon mit dem ehemaligen UC Global-Mitarbeiter zunächst geschockt über die Praktiken der spanischen Sicherheitsfirma.

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