Globales Herbizid-Hüpfen: Brasilien erlaubt Dicamba

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24-07-20 09:04:00,

Dicamba
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Das Herbizid Dicamba soll Glyphosat nachfolgen. Dabei verteilt es sich mit dem Wind überallhin.

Daniela Gschweng / 24. Jul 2020 –

Brasilien hat Anfang Juli das Herbizid Dicamba zugelassen. Einen Monat zuvor war es in den USA verboten worden.

Der Saatgutkonzern Bayer kommt seit dem Kauf von Monsanto kaum noch aus den Schlagzeilen. Nach umfangreichen und teuren Auseinandersetzungen um das Herbizid Glyphosat muss sich Bayer nun auch mit den Unzulänglichkeiten des Nachfolgeprodukts Dicamba auseinandersetzen. Auch das verspricht teuer zu werden.

Da kommt es gerade recht, die voraussichtlich anstehenden Millionenzahlungen anderswo zu kompensieren. Brasilien hat am 9. Juli 2020 mehrere Produkte neu zugelassen, die Dicamba enthalten, darunter auch solche von Bayer, berichtete unter anderen die Nachrichtenagentur «Reuters». Brasilien baut in grossem Umfang Agrarprodukte für den Weltmarkt an, beispielsweise Soja und Baumwolle.

Beides wird in Monokulturen kultiviert, die gegen Unkräuter gespritzt werden müssen. Nutzpflanzen, die auf gentechnischem Weg gegen Dicamba resistent gemacht wurden, überstehen die Behandlung mit Dicamba ohne Probleme, die meisten anderen Pflanzen nicht. Dicamba soll das Herbizid Glyphosat ablösen, denn gegen Glyphosat bilden sich zunehmend Resistenzen.

Kann man machen: Ein gerade verbotenes Herbizid einführen

Gerade erst war das Herbizid in den USA verboten worden. Nur einen Monat zuvor, am 3. Juni 2020, wurde dort die von der US-Umweltbehörde EPA 2018 vorläufig verlängerte Zulassung Dicamba-haltiger Produkte widerrufen. Die Risiken im Zusammenhang mit Dicamba würden unterschätzt, urteilte ein US-Gericht. Der Verkauf von Dicamba in den USA wurde damit sofort, die Verwendung ab 1. August 2020 verboten. Betroffen sind unter anderem die Produkte XtendiMax (Bayer), Engenia (BASF) und FeXapan des US-Konzerns Corteva. Die sechs in Brasilien registrierten Produkte stuft die EPA als «sehr gefährlich für die Umwelt» ein.

Dicamba seinerseits ist ein in den 1960er-Jahren entwickeltes und daher ein bestens bekanntes und effizientes Herbizid – mit einem kleinen Geburtsfehler: Die Chemikalie lässt sich gerne vom Wind davontragen. So schädigt sie neben natürlichen Flächen auch Nachbars Felder, wenn dieser keine Dicamba-resistenten Sorten kultiviert. In der Folge kam es bereits zu handfesten Auseinandersetzungen und zu zahlreichen Klagen wegen Ernteausfällen. (Infosperber berichtete: «Wenn Du es nicht kaufst, wird es Dir schaden»)

DicambaDicamba (3,6-Dichlor-2-methoxybenzoesäure) ist ein älteres Herbizid,

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