Sanfte Dressur

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24-07-20 01:12:00,

Salonfähig machten diese Erkenntnisse der Ökonom Daniel Kahnemann, der für seine Arbeiten darüber, dass Menschen vor allem emotional entscheiden, mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, sowie Richard Thaler und Cass Sunstein mit ihrem 2009 veröffentlichten Buch „Nudge — Wie man kluge Entscheidungen anstößt“. Dort heißt es, der Mensch könne nur mit einer Portion List dazu gebracht werden, vernünftig zu handeln. Ob es nun Nudging, Social Engineering oder — etwas positiver konnotiert — Empowerment heißt, es bleibt, was es ist: Manipulation. Wie gut diese Beeinflussung von Kindesbeinen an funktioniert, haben die jüngsten „Fridays for Future“-Demonstrationen gezeigt: Wie die Lämmer laufen wir hinter Ideen her, von denen wir glauben, sie wären unsere ureigensten. Gerade will man uns — unter dem Vorwand einer nachhaltigen Entwicklung und mehr Gerechtigkeit für alle Menschen — mit Riesenschritten in den Überwachungskapitalismus „nudgen“. Und wie es aussieht, wird auch das problemlos funktionieren.

Im September 2015 haben 193 Nationen auf dem Gipfel der Vereinten Nationen (UNO) die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung angenommen. Jedes einzelne Wort in diesem Dokument scheint bewusst gewählt, denn bei der Lektüre der 17 Ziele muss jeder Mensch, der nur einen Funken Moral besitzt, ganz unweigerlich nicken. Wer könnte schon gegen wirtschaftliches Wachstum, soziale Inklusion und mehr Umweltschutz sein? Richtig, niemand! Dass es sich hier um gelungenes „Nudging“ und weniger um die angepriesene bessere Welt für die Menschheit handelt, dafür spricht ein anderes Dokument, das aus der gleichen Feder stammt.

Die Rede ist vom aktuellen Statusbericht „The Sustainable Development Goals Report 2020“. Dieser zeigt, worum es eigentlich geht — um unsere Daten. Wörtlich heißt es:

„Die Bedeutung zeitnaher, qualitativ hochwertiger, offener und disaggregierter Daten und Statistiken war noch nie so deutlich wie während der COVID-19-Krise. Solche Daten sind auch unerlässlich für die Konzeption kurzfristiger Reaktionen und beschleunigter Maßnahmen, um die Länder wieder auf den Weg zur Erreichung der ‚Sustainable Development Goals‘ (SGDs) zu bringen.“

Weiter heißt es:

„Viele der Datenprobleme, die in den ersten fünf Jahren der Umsetzung der SDGs aufgetreten sind, schränken die COVID-19-Reaktionen stark ein. Dazu gehört der Mangel an grundlegenden Gesundheits-, Sozial- und Wirtschaftsdaten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Krise den Routinebetrieb im gesamten globalen Statistik- und Datensystem stört und Verzögerungen bei geplanten Zählungen,

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