Schweden nach dem Corona-Peak

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25-07-20 12:31:00,

Bild: NIAID/CC BY-2.0

  1. Schweden nach dem Corona-Peak

  2. Coronakommission soll die schwedischen Methoden und Maßnahmen prüfen


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Die Fallzahlen sinken – jetzt kommen die unangenehmen Fragen

Vor einem Monat, am 24. Juni 2020, registrierte die schwedische Behörde für Gesundheit (Folkhälsomyndigheten) 1.803 neue Covid-19-Infizierte an einem Tag. Für deutsche Touristen galt Schweden da bereits als Risikogebiet, ein Urlaub dort könnte ihnen das Virus einbringen, mindestens aber Quarantäne bei der Rückkehr. Während überall in Europa über Lockerungen diskutiert wurde, schien die Lage in dem Land mit dem Corona-Sonderweg weiter kritisch. Und als Staatsepidemiologe Anders Tegnell darauf hinwies, die hohen Zahlen lägen nur an den vielen Tests, klang das für die meisten nach Trump-Logik. Nach mehr als 5.000 Covid-19-Todesopfern war der schwedische Weg ohnehin diskreditiert.

Einen Monat später: Alle Kurven fallen, obwohl es keine weiteren Maßnahmen gab und die Schweden inzwischen selbst im eigenen Land fleißig reisen. Das RKI hat Schweden von der Liste der Risikoländer gestrichen. In den Intensivstationen des Landes liegen noch insgesamt 50 Covid-19-Patienten – immer noch viele, aber nur noch ein Bruchteil früherer Werte. Was ist passiert?

Tegnell und seine Kollegen führen dies auf drei Faktoren zurück: – Sämtliche Hygiene- und Abstandsregeln sind weiterhin in Kraft und die Leute hielten sich auch größtenteils daran, trotz einer gewissen “Corona-Mügigkeit”. – Das Sommerwetter trägt dazu bei, dass Menschen sich mehr draußen aufhalten, wo die Ansteckungsgefahr geringer ist. – Menschen, die die Krankheit durchgemacht haben, sind nun immun – und das sind insbesondere in Stockholm inzwischen so viele, dass es die Verbreitung der Infektion deutlich verlangsamt.

Wie viel Immunität eine überstandene Covid-19-Erkrankung bietet und wie lange diese anhält, ist nach wie vor nicht sehr gut erforscht. Antikörper-Untersuchungen in Stockholm kamen bisher zu Ergebnissen, die um mehrere Prozentpunkte voneinander abweichen. So hat die Privatfirma Werlabs gratis 83.000 Stockholmer auf Antikörper getestet und kam auf einen Prozentsatz von 14,5 Prozent. Die Antikörpertests der Region Stockholm bis zur 29. Woche ergaben eine Quote von 17,7 Prozent. Die Unterschiede werde unter anderem damit erklärt, dass das Virus sich sehr ungleich verbreitetet hat und dass es deshalb extrem schwer ist,

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