Corona-Krise: „Sars-Cov-2 weniger gefährlich“ – Schweizer Ärzte widersprechen Regierungsberatern

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27-07-20 05:33:00,

Der Infektiologe und Arzt Pietro Vernazza hat in der Schweiz eine Debatte über den Umgang mit dem Virus Sars-Cov-2 und die von ihm laut WHO ausgelöste Krankheit Covid-19 entfacht. Ärzte widersprechen regierungsberatenden Wissenschaftler und unterstützen Vernazza. Dessen Sicht wird von einem international anerkannten Immunologen bestätigt.

Das Virus Sars-Cov-2 „scheint weniger gefährlich als gemeinhin vermutet“, weshalb die Anti-Corona-Maßnahmen überprüft werden müssten. Das hatte Pietro Vernazza, Schweizer Infektiologe und Chefarzt am Spital St. Gallen, in einem Interview mit der „Sonntagszeitung“ vom 19. Juli erklärt. Er sprach sich darin gegen eine dauerhafte Maskenpflicht bis zu einer möglichen Massenimpfung aus. Zugleich empfahl er eine sogenannte Durchseuchung der Bevölkerng, bei der „die junge Bevölkerung nach und nach mit dem Virus in Kontakt kommt“. Nur ältere und gesundheitlich gefährdete Menschen sollten die Möglichkeit haben, sich besser zu schützen.

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REUTERS / Kai Pfaffenbach

Mit diesen Aussagen hat Vernazza eine breite Debatte in der Schweiz angestoßen. In der stellt sich nach einem Bericht der „Sonntagszeitung“ vom letzten Sonntag die Corona-Taskforce des Schweizer Bundesrates offen gegen den Arzt. Anfangs war laut dem Blatt Vernazza selbst als Mitglied des Gremiums im Gespräch, wurde aber nach seinen Worten ohne Begründung nicht einbezogen. Zugleich bekommt der Infektiologe aus St. Gallen breite Unterstützung von zahlreichen Schweizer Ärzten, wie die „Sonntagszeitung“ berichtet.

Die „Swiss National Covid-19 Science Task Force“ aus einer Reihe von Wissenschaftlern war am 31. März ins Leben gerufen worden, um die Schweizer Bundesbehörden zu unterstützen. Damit sollen die Maßnahmen, mit denen versucht wird, das Virus Sars-Cov-2 und die von ihm laut Weltgesundheitsorganisation WHO ausgelöste Krankheit Covid-19 einzudämmen, wissenschaftlich untermauert werden. Die Taskforce hat der Zeitung nach mit Strategiepapieren die Schweizer Anti-Corona-Politik „maßgeblich beeinflusst“ und zum Beispiel eine großangelegte Teststrategie und die Maskenpflicht im öffentlichen Personenverkehr erreicht.

„Undemokratisch und unwissenschaftlich“

Das Gremium ist laut der „Sonntagszeitung“ über Vernazzas Vorschlag einer „kontrollierten und differenzierten Durchseuchung der Gesellschaft“ alarmiert. Die Wissenschaftler würden wachsenden Druck auf den Bundesrat befürchten, die Beschränkungen des gesellschaftlichen Lebens vollständig zurückzunehmen und auf Schutzmaßnahmen ganz zu verzichten. Letzteres hat der Infektiologe aber gar nicht gefordert.

Der Basler Infektiologe Manuel Battegay, Mitglied der Taskforce, habe die Vorschläge seines Fachkollegen aus St. Gallen als „undemokratisch“ bezeichnet. Sie würden nicht funktionieren und auf „wissenschaftlich falschen oder unbestätigten Annahmen“ gründen,

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