Die Covid-19-Task Force übertrieb den Nutzen der Masken massiv

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27-07-20 09:03:00,

Urs P. Gasche / 27. Jul 2020 –

Das wissenschaftliche Beratungsgremium des Bundesrats wollte ein Masken-Obligatorium. Übertreibung sollte wohl Druck erzeugen.

Die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr gilt in der Schweiz seit dem 6. Juli. Einen Nutzen solcher Hygienemasken hatte Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) wiederholt abgestritten. Ganz anders die «Swiss National COVID-19 Science Task Force». Dieses Beratungsgremium des Bundesrats mit Experten aus der Wissenschaft, darunter Epidemiologen, Virologen und Infektiologen, drängte den Bundesrat, eine Maskenpflicht einzuführen.

«Bis zu 80 Prozent weniger Ansteckungen»

In einer Stellungnahme vom 1. Juli, an der sämtliche Expertengruppen der Task Force mitgearbeitet hatten, behauptete die Task Force, eine «systematische Auswertung» wissenschaftlicher Daten habe gezeigt, dass das Tragen von Hygienemasken das Infektionsrisiko um bis zu 80 Prozent verringere. Wörtlich auf Seite 9:

    «The use of face masks was found to result in a large reduction of infection of up to 80%»

Man schütze mit Masken nicht nur andere, sondern auch sich selber, betonte die Task Force.

Medien verbreiten gedankenlos die Schlagzeile

Irgendjemand sorgte dafür, dass dieser Satz mit den «80 Prozent» umgehend den Weg in Medien fand. Zeitungen der Tamedia-Gruppe, vom «Tages-Anzeiger» bis zum «Zürcher Oberländer», dem Berner «Bund» und dem «Thuner Tagblatt» verbreiteten in einem identischen Artikel:

    «Die Science Task Force des Bundes verweist in einem neuen Bericht … die Masken könnten die Übertragungsraten insgesamt um bis zu 80 Prozent senken».

Auch «Watson» bezog sich auf die Task Force, um für die bevorstehende Maskenpflicht zu motivieren:

    «Sie können die Übertragungsraten in der Öffentlichkeit um bis zu 80 Prozent senken

Die Task Force stützte sich bei ihrer Aussage auf eine Meta-Studie in der Fachzeitschrift «Lancet». Der «Beobachter» zitierte Professor Holger Schünemann, Co-Autor der «Lancet»-Studie, wie folgt:

    «Die 80 Prozent Risikoreduktion haben wir in verschiedenartig angelegten Studien … gefunden.»[Es sind die Studien gemeint, welche Schünemann et al. in einer Meta-Studie ausgewertet haben.]

Aus zwei Gründen war dieses unbedarfte Zitieren der Task Force und von Professor Schünemann gedankenlos:

  1. Die Task-Force-Formulierung «bis zu» 80 Prozent hätte hellhörig machen müssen.

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