Das Hungervirus

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29-07-20 09:57:00,

von Oxfam International

Der Bericht „The Hunger Virus“ (Das Hungervirus), legt offen, wie geschätzte 122 Millionen Menschen in diesem Jahr als Folge der sozialen und ökonomischen Verwerfungen durch die Pandemie, einschließlich Massenarbeitslosigkeit, Störungen der Nahrungsmittelproduktion und -bereitstellung und abnehmende Hilfen an den Rand des Hungertods gebracht werden könnten.

Dies entspricht einer globalen Sterblichkeit von 12.000 Menschen pro Tag, während sie für COVID-19 im April 2020 einen Höchstwert von 10.000 Toten pro Tag erreichte.

Acht der weltweit größten Nahrungsmittel- und Getränkehersteller haben seit Beginn 2020 ihren Shareholdern mehr als 18 Milliarden US-Dollar Dividenden gezahlt — mehr als zehnmal so viel, wie nötig wäre, um die im humanitären Appell der UN zu COVID-19 geforderten Nahrungsmittel- und Landwirtschaftshilfen für die verletzlichsten Gemeinschaften zu finanzieren.

Danny Sriskandarajah, Vorsitzender von Oxfam Großbritannien, erklärte:

„Die Folgewirkungen von COVID-19 sind bedeutend weitreichender als das Virus selbst; sie drängen Millionen der ärmsten Menschen tiefer in Hunger und Armut. Es ist notwendig, dass Regierungen die Ausbreitung dieser tödlichen Krankheit weiter zu begrenzen suchen, aber sie müssen sie auch daran hindern, genauso viele — wenn nicht gar mehr — Menschen durch Hunger zu töten.“

„Regierungen können nun Leben retten, indem sie den COVID-19-Appell finanzieren und den Ruf nach einem globalen Waffenstillstand zur Beendigung von Konflikten unterstützen, um die Pandemie zu bewältigen. Das Vereinigte Königreich könnte wirklich etwas bewirken, wenn es sich beim Treffen der Finanzminister der G20 nächste Woche für einen Schuldenschnitt einsetzte, um soziale Schutzmaßnahmen wie Bardarlehen zu bezahlen, die Menschen helfen sollen zu überleben.“

„Für viele Menschen kommt COVID-19 als eine Krise, die eine andere Krise verschlimmert. Die Regierungen müssen, um den Kreislauf des Hungers zu durchbrechen, fairere und nachhaltigere Systeme zur Herstellung von Nahrungsmitteln aufbauen, die kleinen Produzenten und Arbeitern ein Existenz sicherndes Einkommen garantieren.“

Der Bericht benennt die zehn schlimmsten „Hungerhotspots“ einschließlich Afghanistan, Syrien und Südsudan, wo die Ernährungskrise am schwersten ist und als Folge der Pandemie schlimmer wird. Er hebt auch die sich abzeichnenden Hungerepizentren hervor — Staaten mit mittleren Einkommen wie Indien, Südafrika und Brasilien — wo Millionen Menschen, die zuvor mit Mühe über die Runden kamen, durch die Pandemie den Todesstoß erhalten haben. Zum Beispiel:

  • Yemen: Die Rücküberweisungen sind als Folge der massenhaften Jobverluste rund um den Golf in den ersten vier Monaten des Jahres 2020 um 80 Prozent — oder 253 Millionen US-Dollar — gefallen.

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