Die Symptomunterdrücker

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30-07-20 10:28:00,

Als in Mittelalter und Früher Neuzeit die Pest und die Pocken in Europa wüteten, erkannten auch einzelne Ärzte die katastrophalen hygienischen Zustände in den Städten als Ursache für die Epidemien. Georgius Agricola (1494 bis 1555) nahm als Stadtarzt und Bürgermeister von Chemnitz Isolierungsmaßnahmen vor. Einige Jahrhunderte später stand der Arzt und Philosoph Julien Offray de La Mettrie im Paris des 18. Jahrhunderts mit seinem Plädoyer für eine prophylaktische Hygiene allerdings weiterhin alleine da (1).

Die medizinische Wissenschaft weigerte sich, Seuchen als ansteckendes Phänomen zu erkennen. Selbst nach der sukzessiven Enttarnung von Mikroben als Erreger der Infektionskrankheiten seit den 1870er-Jahren sprach der Doyen der Kinderheilkunde in Deutschland, Eduard Henoch (1820 bis 1910), noch 1881 vom „Bakterienschwindel“ und erklärte, dass es ihm „in hohem Maße bedenklich erscheine“, mit welcher „Sicherheit (…) sich besonders jüngere Ärzte über die Bakterien der Diphtherie (im Kindesalter früher oft tödliche Infektion von Rachen und Kehlkopf, Anmerkung des Verfassers) aussprechen“ (2).

Was sagt eine Diagnose über eine Krankheitsursache?

In der heutigen wissenschaftlich-technischen Medizin gelten die meisten Krankheitsbilder als klar definiert. Krankheiten können verschiedene Ursachen haben:

  • Infektionen mit Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Viren, Parasiten),
  • Gewalteinwirkungen (Traumen),
  • Gifteinwirkungen (akut, chronisch),
  • energiereiche Strahlung (akut, chronisch),
  • genetische Fehler,
  • autoimmune Phänomene.

Oder es sind (vermeintlich selten) keine eindeutigen Ursachen zu ermitteln, dann wird eine Erkrankung als „kryptogen“ bezeichnet. Die Einteilung der Krankheitsursachen des vielleicht einflussreichsten Arztes der Frühen Neuzeit und Universalgelehrten Paracelsus (Theophrast von Hohenheim, 1493 bis 1541) erscheint längst überwunden. Für diesen gab es fünf Hauptarten von Krankheitsursachen:

  • Gestirnseinflüsse,
  • durch den Körper aufgenommenes Gift,
  • Konstitution,
  • Einfluss der „Geister“,
  • unmittelbarer Einfluss Gottes (3).

Über Gestirne, Geister und Gott als Krankheitsursachen mögen wir den Kopf schütteln. Haben wir aber heute gesicherte Erklärungen für Rheuma, Bluthochdruck, Multiple Sklerose, Arteriosklerose und die meisten Tumoren?

Bereits ein kritischer Blick auf einige Diagnosen entlarvt das Lehrgebäude unserer Medizin trotz seiner „Hightech“-Fassade als ebenso brüchig wie in früheren Jahrhunderten.

Nur von erschreckend wenigen Krankheitsbildern ist die Ursache eindeutig geklärt, obwohl 99 Prozent aller Forscher und Wissenschaftler der Menschheit in unserer Zeit leben (4).

Eine Lungenentzündung mit Nachweis von Pneumokokken ist noch gut als Infektionskrankheit einzuordnen,

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