Geplante Einmischung in Wahlen? Was über die Verhaftung von Russen in Weißrussland bekannt ist | Anti-Spiegel

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30-07-20 04:53:00,

Weißrussland hat gestern 32 Russen festgenommen und wirft ihnen vor, dass sie die anstehende Präsidentschaftswahl beeinflussen wollten. Ob das der wahre Grund ist, ist schwer zu sagen. Was ist über den Vorfall bekannt?

Weißrussland betreibt derzeit eine sehr undurchsichtige Politik. Offiziell ist Weißrussland ein enger Verbündeter Russlands, formal besteht sogar eine staatliche Union zwischen den Ländern. Wenn Sie davon noch nie gehört haben, finden Sie hier mehr Details.

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko wird im Westen als „letzter Diktator Europas“ bezeichnet. Trotzdem gab es in letzter Zeit eine Annäherung zwischen Weißrussland und dem Westen. Es wird auch über eine Lockerung der Sanktionen gegen das Land gesprochen.

Gegenüber Russland macht Lukaschenko derzeit eine sehr kritische Politik. Es gibt Streit über Preise für Gas- und Öllieferungen und Lukaschenko flirtet öffentlich damit, dass es ja auch andere Anbieter gäbe, als Russland. Das freut vor allem die USA, die ihr Frackinggas gerne nach Weißrussland verkaufen und einen Keil zwischen Russland und Weißrussland treiben möchten.

Lukaschenko macht also derzeit eine Politik, bei der er mit beiden Seiten flirtet und seine wahren Absichten erschließen sich mir derzeit nicht.

Im Vorfeld der weißrussischen (oder belarussischen, wie das Land auch genannt wird) Präsidentschaftswahl sind einige erfolgversprechende Kandidaten nicht zugelassen worden. Einer, den man wohl als „pro-russisch“ einstufen kann, wurde wegen Korruptionsvorwürfen verhaftet, ein anderer nicht zur Wahl zugelassen. Gleichzeitig warnt Lukaschenko öffentlich vor der Gefahr eines Maidans in Weißrussland, den er aber nicht zulassen werde.

Nun wurden in Weißrussland 32 Russen verhaftet. Der Vorwurf lautet offiziell, dass sie Einfluss auf die Wahl ausüben wollten. Der Spiegel schrieb:

„In Weißrussland hat die Polizei nach eigenen Angaben Dutzende Menschen festgenommen. In der Nähe der Hauptstadt Minsk seien in der Nacht zum Mittwoch 32 Angehörige der privaten russischen „Wagner Gruppe“ aufgegriffen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Belta. In lokalen Medien wurden die Namen von mutmaßlichen „Söldnern einer privaten Militärfirma“ veröffentlicht. Diese Angaben ließen sich nicht überprüfen.
Staatschef Alexander Lukaschenko hatte im Wahlkampf mehrfach vor einer Revolution und Zuständen wie 2014 auf dem „Maidan“ gewarnt, dem Unabhängigkeitsplatz von Kiew im Nachbarland Ukraine. In seinem Land gebe es nicht viele „Maidan-Anhänger“. Diese kämen vielmehr aus dem Ausland und würden „weltweit an Provokationen teilnehmen“.“

Das ist alles korrekt.

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