Kommentar zur Diskussion über die Senkung des Wahlalters von 18 auf 16 Jahre | Anti-Spiegel

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30-07-20 04:56:00,

Vor allem die Grünen bringen immer wieder eine Senkung des Wahlalters von 18 auf 16 Jahre ins Spiel. Nun hat eine Studie mitgeteilt, die Jugendlichen seien in dem Alter reif genug zum Wählen. Was ist davon zu halten?

Der Spiegel berichtete am Donnerstag über eine Studie, die von einer IG-Metall-Stiftung veröffentlicht wurde. Im Spiegel konnte man lesen:

„Eine aktuelle Studie von zwei Politikwissenschaftlern der Freien Universität Berlin fügt der Diskussion nun Erkenntnisse aus aktuellen Landtagswahlen hinzu. Sie deuten darauf hin, dass Zweifel an der politischen Reife 16-Jähriger kein guter Grund sind, ihnen das Wahlrecht zu verwehren. (…) Man könne es aber kritisch sehen, wenn Menschen das aktive Wahlrecht bekämen, die andere Rechte noch nicht haben, weil sie nicht volljährig sind. Das ändert aber nichts am Befund: 16-Jährige sind demnach offenbar genauso interessiert an Politik wie 18-Jährige und ebenso informiert.“

Die zwei wichtigsten Punkte wurden hier genannt. Erstens die Frage von Rechten (und Pflichten, worauf hier aber nicht eingegangen wurde) und zweitens die Frage des Interesses an der Politik. Beginnen wir mit letzterem, um herauszufinden, was in den Augen der Forscher ein ausreichendes Interesse an Politik kennzeichnet. Dazu konnte man lesen:

„Die Forscher fragten unter anderem nach dem Interesse an Politik und nach dem Gefühl, politische Entscheidung verstehen und diskutieren zu können. Um den Wissensstand einzuschätzen, fragten sie auch nach dem amtierenden Ministerpräsidenten und dem gültigen Wahlalter im Land. (…) Auch das Gefühl, Politik verstehen und beeinflussen zu können, ist in allen erfassten Altersstufen sehr ähnlich ausgeprägt. Dasselbe gilt für das Wissen um den amtierenden Ministerpräsidenten. Sogar die jüngste Gruppe der 15-Jährigen fällt nicht ab.“

Es ist also jemand „politisch interessiert“, weil er den Namen des jeweiligen Ministerpräsidenten nennen kann? Das reicht allen Ernstes, um als politisch interessierter Mensch zu gelten?

Das lasse ich mal so stehen und komme zu dem anderen Punkt.

Mit der Volljährigkeit bekommen Menschen nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Ab 18 ist man für sein Handeln in jeder Hinsicht voll verantwortlich. Auch das Wählen ist – wenn man es mit der Demokratie ernst meint – nicht nur ein Recht, sondern auch eine Verantwortung. Daher – so meine Meinung – spricht grundsätzlich nichts dagegen, wenn man meint, dass 16-jährige reif genug sind, zum Wählen. Aber dann muss man auch konsequent sein und die damit verbundene Verantwortung ernst nehmen – man müsste dann also die Volljährigkeit von 18 auf 16 Jahre senken.

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