Über 50 Grad und Mafiamilizen

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30-07-20 08:15:00,

Screenshot Video al-Jazeera/YouTube

Irak: Das Erbe der US-Besatzung

Für heute wurden 51 Grad Celsius als Höchsttemperatur in Bagdad angegeben, vergangene Woche wurden Rekordtemperaturen von 54 Grad gemeldet. Das ist nichts Neues. Solche Meldungen gibt es seit Jahren regelmäßig (etwa: “Die heißeste Stadt der Welt”, NBC 2015).

Bitter ist, dass dazu regelmäßig die gleiche Wut gibt: über tägliche, stundenlange Stromausfälle, die Klimaanlagen nutzlos machen, über überteuerte Rechnungen, die an private Generatorenbetreiber bezahlt werden müssen, über desolate Zustände in einem ölreichen Land, die sich weiter verschlimmern.

Die Armutsrate ist infolge der Corona-Virus-Pandemie von 20 Prozent auf 34 Prozent gestiegen, bis zum Ende des Jahres erwartet das irakische Planungsministerium eine weitere Steigerung um 50 bis 60 Prozentpunkte. Woher soll das Geld für ein “Stimuluspaket” kommen, um die Konjunktur zu beleben?, fragen sich Beobachter in Anzug und Krawatte.

Beim Blog 1001IraqiThoughts stellt der Programm-Manager für den Nahen Osten und Nordafrika der Internationalen Energieagentur (englisch: IEA) eine interessante Rechnung mit der These auf: Es muss doch nicht so sein, die chronische Strom-Knappheit muss nicht so schlimm sein. Seit 2012 habe das Land 20 Milliarden US-Dollar an Kapitalinvestitionen in diesen Sektor gesteckt, um die Kapazität nach Plan um 13 GW zu vergrößern, so Ali Al-Saffar. Dann rechnet er vor:

Nur 8 Gigawatt zählen als “effektive Kapazität”, 5 Gigawatt gehen verloren, weil die Kraftwerke schlecht gewartet werden und einen niedrigen Effizienzgrad haben. Von den bleibenden 8 GW, die tatsächlich produziert werden, erreichen nur 4 GW den Konsumenten, da 40 bis 50 Prozent des Stroms, der produziert wird, im Übertragungs- und Verteilungsnetz verloren gehen. Das ist eine der höchsten Verlustraten in der Welt. (…) Wenn man diese Verlustraten auf einen regionalen(?) Durchschnittswert reduzieren könnte, dann würde Iraks Elektrizitätsversorgung 125 Terrawattstunden erreichen, und damit genügend für die Nachfrage im ganzen Land produzieren.

Ali Al-Saffar, IEA

Die Nachfrage steige im Irak um etwa 7 bis 10 Prozentpunkte, da die Bevölkerung um etwa 1 Million im Jahr wachse (derzeit sind es laut Worldometers 40,3 Mio). Dazu komme, dass die Nachfrage nach Kühling in den heißen Monaten steige. Es sei aber gegenwärtig offenbar nicht möglich,

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