Was wirklich hinter den US-Vorwürfen, Russland habe einen bewaffneten Satelliten gestartet, steckt | Anti-Spiegel

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30-07-20 01:56:00,

Vor einigen Tagen wurde von britischen und amerikanischen Militärs gemeldet, dass Russland angeblich einen Waffentest im Weltraum unternommen hat. Was steckt hinter diesen Meldungen?

Das Thema muss man in einem größeren Zusammenhang sehen, wie man auch in den Medien zwischen den Zeilen lesen kann. Es geht um den NEW-START-Vertrag. Zur Erinnerung: Der NEW-START-Vertrag ist der letzte noch gültige Abrüstungsvertrag zwischen den USA und Russland, Informationen über die Abrüstungsverträge finden Sie hier.

Der START-Vertrag (Strategic Arms Reduction Treaty, Vertrag zur Verringerung der strategischen Nuklearwaffen), der eine Begrenzung atomarer Sprengköpfe der Supermächte festschrieb, trat 1991 in Kraft. Ihm folgten 1993 der START-II-Vertrag und dann 2010 der NEW-START-Vertrag. Diese Verträge, die immer nur mit einer begrenzten Laufzeit abgeschlossen wurden, haben die Zahl der atomaren Sprengköpfe der beiden Atommächte geregelt und dafür gesorgt, dass es heute, im Vergleich zum Kalten Krieg, viel weniger dieser Waffen gibt.

Aber der gültige NEW-START-Vertrag läuft im Februar 2021 aus. Russland hat immer wieder eine Verlängerung des Vertrages gefordert, Putin hat mehrmals öffentlich erklärt, er würde, wenn die USA den Vertrag zur Verlängerung schicken, ihn sofort unterschreiben. Auf der Jahrespressekonferenz im Dezember 2019 sagte Putin zum Beispiel:

„Wir sind bereit, das bestehende NEW-START-Abkommen einfach bis Ende des nächsten Jahres zu verlängern, einfach den gültigen Vertrag zu verlängern. Wenn sie uns morgen den Vertrag per Post schicken, sind wir bereit, ihn zu unterzeichnen und nach Washington zurück zu schicken, dann braucht ihn der Präsident nur noch zu unterschreiben, wenn er dazu bereit ist. Aber bisher gibt es keine Antwort auf alle unsere Vorschläge. Und wenn NEW-START ausläuft, wird es nichts mehr auf der Welt geben, was ein Wettrüsten bremsen würde. Und das halte ich für schlecht.“

USA und China

Das Problem ist, dass die USA wohl grundsätzlich bereit sind, den Vertrag zu verlängern, aber sie stellen eine Forderung, die unerfüllbar ist und mit Russland nichts zu tun hat: Sie wollen, dass China dem Vertrag beitritt. Eine ausführliche Analyse zu dem Thema finden Sie hier.

China lehnt das ab. China argumentiert, dass es viel zu wenig atomare Sprengköpfe hat, um sich einem Vertrag der beiden führenden Atommächte anzuschließen. Laut dem auf Rüstungsfragen spezialisierten schwedischen Institut SIPRI gibt es derzeit insgesamt 13.400 Atomsprengköpfe auf der Welt,

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