Der Zahlensalat

der-zahlensalat

03-08-20 09:12:00,

Malen nach Zahlen. Wie abenteuerlich und kreativ man Zahlen umdeuten kann, wie die Pinsel mit den Borsten aus Ziffern Bilder malen können, die eine falsche Realität abbilden, haben die letzten Wochen und Monate gezeigt. Man malte (Infektions-)Wellen, wo in Wahrheit nur ein leichtes Plätschern am Uferrande zu vernehmen war. Man malte steigende Infektionskurven und retuschierte die stetig steigende Zahl an Tests und Genesenen. Mit Zahlen wurde eine Drohkulisse skizziert, die ihre Bedeutsamkeit zugleich verloren hätte, hätte man diese Zahlen in ein Verhältnis zu anderen, wichtigen Zahlen gesetzt, respektive einen Hintergrund dazu gemalt.

Doch wie nun am 1. August über die wohl größte Demo berichtet wurde, die Deutschland im 21. Jahrhundert je gesehen hatte, sprengt nun sämtliche Dimensionen der Falschberichterstattung der jüngsten Zeit.

Abseits der Mainstream-Berichterstattung schwanken die Zahlen zwischen vorsichtigen Einschätzungen von 350.000 über eine realistische Einschätzung von 800.000 bis 1,3 Millionen Teilnehmern — bis hin zu waghalsig optimistischen Einschätzungen, bei denen die Besucherzahl auf 3,5 bis 5 Millionen Besucher beziffert werden. Wir wollen für die nachfolgende Analyse von einem Wert von rund einer Million Menschen ausgehen.

Was machen die etablierten Medien aus diesen unterschiedlichen Einschätzungen? Sie berichten unisono, in altbekannter Voneinander-Abschreib-Manier von 20.000 Teilnehmern. 20.000 Teilnehmern!

Wie kann man nur? Wie kann man es auch nur wagen, so dreist zu sein und aus realistischen Schätzungen der Besucherzahlen, die in die Hunderttausende gehen, 20.000 machen? Einfach mal im Handumdrehen rund 98 Prozent unterschlagen, während die Bilder eine ganz andere Sprache sprechen?

Betrachten wir falsche Zahlen mal als ein Tortendiagramm, wobei wir die Torten im Wortsinn als solche verstehen. Bereits vor zwei Monaten verrechnete sich Jens Spahn bei Verkündung der Infektionszahlen um ein Drittel und fraß damit ein Drittel der Torte, die ihm nicht zustand. Nun aber haben die Mainstream-Medien mit einer Verzerrung von 98 Prozent einfach mal die ganze verdammte Torte verdrückt, die ihnen nicht zustand! Sie haben sich die unvergleichliche Dreistigkeit herausgenommen, nahezu der gesamten Veranstaltung die Existenz abzusprechen!

Zwar berichten sie in gewohnt diffammierender Weise über die Teilnehmer und sind sich dabei auch nicht zu schade, zum wiederholten Male die abgenutzten Keulen der unlängst bekannten Kampfbegriffe herauszuholen. Aber durch die Bezifferung auf 20.000 Menschen unterschlagen sie einfach mal rund 980.000 Menschen. Wären die Demo-Teilnehmer Einwohner eines Ortes gewesen, so hätte man aus aus der Großstadt Köln die Kleinstadt Lichtenfels in Oberfranken gemacht.

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: