Maskenpflicht in Frankreich: Freiheitsstrafe für wiederholtes Nichtbefolgen

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04-08-20 07:56:00,

In Hunderten von Gemeinden und Städten ist das Tragen von Schutzmasken auch im Freien Pflicht

In 340 französischen Städten und Gemeinden gibt es derzeit eine Maskenpflicht, entweder ausschließlich für Märkte – das macht etwa die Hälfe aus -, oder ausgeweitet auf “bestimmte Zonen”: Strände, Häfen und besonders belebte Plätze in der Innenstadt. In manchen Orten gilt die Tragepflicht nur nachts, andere wiederum sehen dies auch tagsüber für große Teile der Innenstadt vor. Die Regelungen sind unterschiedlich.

Nizza, Toulouse, Biarritz und Bayonne, La Rochelle und Lille gehören zu den bekanntesten größeren Städten, wo die Verwaltungen eine Pflicht zum Tragen des Nasen-Mundschutzes in der Öffentlichkeit verhängt haben. Angeordnet wird dies entweder von den Bürgermeistern oder Präfekturen, die Regierung hat die Möglichkeit dafür Ende Juli bekannt gemacht, aber dies nicht angeordnet.

Auch die Pariser Bürgermeisterin machte nun ihre Absicht öffentlich, für bestimmte Zonen in der Hauptstadt eine Maskenpflicht anzuordnen.

Öffentliche Kritik daran findet sich bislang nur in sozialen Netzwerken. In den reichweitenstarken großen Medien ist kaum etwas zu finden. Die liberale Zeitung L’Opinion veröffentlicht einen dreiminütigen Videoclip, der anhand von Zitaten aus der Regierung die Kurzgeschichte einer erstaunlichen Kurswende zum Maskentragen dokumentiert.

Wende in die Gegenrichtung

Sie fängt an mit den Worten des vor kurzem zurückgetretenen Regierungschefs Edouard Philippe, der vor Wochen erklärte, dass das Tragen von Schutzmasken in den Straßen “nichts nützt”. Auch die frühere Gesundheitsministerin Agnès Buzyn wird darin mit einer Erklärung zitiert, dass es keinen Anlass gebe, Masken zu tragen; ihr Nachfolger Olivier Véran erklärte zu Anfang seiner Amtszeit Ähnliches. Für die Bevölkerung sei das Tragen der Masken “weder zu empfehlen noch nützlich”.

Der Kurs der Regierung hatte sich dann mit dem Lockdown (französisch: Confinément) im April eine Wende in die Gegenrichtung vollzogen. Erklärt wurde dies von den Regierungspolitikern mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen; ab und an gab es auch Eingeständnisse, dass dies zuvor auch mit Versorgungsschwierigkeiten zusammenhing. Frankreich hatte große Problem, für genügend Masken selbst beim Personal in den Krankenhäusern zu sorgen.

Jetzt scheint es genügend zu geben; diskutiert wird nun, ob man sie den Haushalten, die wenig Geld haben, kostenlos zur Verfügung stellt. Mit Kritik am Kurs der Regierung gehen die französischen Medien recht sparsam um; es gibt sie,

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