Zwei schändliche Vokabeln

zwei-schandliche-vokabeln

04-08-20 10:55:00,

In den Polemiken während des Gesundheitsnotstands sind zwei schändliche Vokabeln aufgekommen, die allem Anschein nach einzig dem Ziel dienten, diejenigen zu diskreditieren, die angesichts der Angst, die die Geister gelähmt hatte, weiterhin darauf beharrten zu denken: „Leugner“ und „Verschwörungstheoretiker“.

Über die erste lohnt es nicht, viele Worte zu verlieren, insofern, als sie in unverantwortlicher Weise die Judenvernichtung und die Epidemie auf eine Ebene stellt.

Wer sie benutzt, beweist damit, bewusst oder unbewusst diesem Antisemitismus anzuhängen, der gegenwärtig sowohl im rechten als im linken Lager in unserer Kultur so verbreitet ist. Wie zu Recht gekränkte jüdische Freunde vorschlagen, wären es angemessen, dass sich die jüdische Gemeinschaft zu diesem unwürdigen terminologischen Missbrauch äußerte.

Hingegen lohnt es sich, beim zweiten Begriff zu verweilen, der von einer wirklich überraschenden Unkenntnis der Geschichte zeugt. Wer mit der Forschungstätigkeit der Historiker vertraut ist, weiß sehr wohl, dass die Ereignisse, die diese rekonstruieren und erzählen, notwendigerweise die Frucht geplanter und sehr oft konzertierter Aktionen von Individuen, Gruppen und Parteien sind, die mit allen Mitteln ihre Ziele verfolgen.

  • Drei Beispiele unter Tausenden anderen Möglichkeiten, von denen jedes das Ende einer Epoche markiert und den Beginn einer neuen historischen Periode eingeläutet hat:
    Im Jahr 415 vor Christus setzt Alkibiades sein Ansehen, seine Reichtümer und jede erdenkliche List ein, um die Athener zu überzeugen, eine Expedition nach Sizilien zu unternehmen, welche sich später als desaströs erweisen und mit dem Ende der Macht Athens einhergehen soll. Seine Feinde nutzen ihrerseits die Verstümmelung der Hermesstatuen, die sich ein paar Tage vor dem Aufbruch der Expedition ereignet hatte, heuern falsche Zeugen an und verschwören sich gegen ihn, damit er wegen Gottlosigkeit zum Tode verurteilt werde.
  • Am 18. Brumaire (9. November) 1799 stürzt Napoleon Bonaparte — der doch seine Treue zur Verfassung der Republik erklärt hat — mittels eines Staatsstreichs das Direktorium und lässt sich zum Ersten Konsul mit allen Befugnissen erklären, womit er der Revolution ein Ende setzt. In den vorangehenden Tagen hatte sich Napoleon mit Josef Emmanuel Sieyès, Joseph Fouché und Luciano Bonaparte getroffen, um die Strategie zu planen, die es erlaubt hätte, die erwartete Opposition des Rats der Fünfhundert zu überwinden.
  • Am 28. Oktober 1922 findet der Marsch auf Rom von etwa 25.000 Faschisten statt. In den Monaten, die dem Ereignis vorausgehen, nimmt Benito Mussolini,

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: