China-USA: Nicht die Systeme, sondern die Menschen (Politiker) sind das Problem.

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10-08-20 08:10:00,

Die Eskalation der politischen Spannungen zwischen den USA und China wurde weltweit trotz der Corona-Krise wahrgenommen. Die vereinfachte Analyse, dass die USA den Höhepunkt ihrer wirtschaftlichen und politischen Macht überschritten haben und China langsam, aber sicher an ihre Stelle tritt – und damit zum ersten ernsthaften Konkurrenten bzw. Herausforderer seit einem Jahrhundert wird – ist im Grundsatz richtig, jedoch eine wenig hilfreiche Vereinfachung. Von Horst Rudolf.

Denn angesichts der Tatsache, dass die meisten Länder dieser Welt von beiden atomar mehr als ausreichend bewaffneten Superstaaten mehr oder weniger stark – politisch wie wirtschaftlich – abhängen, brauchen wir, bzw. unsere Politiker, weitaus mehr Kenntnisse sowie das Verständnis von Geschichte und Hintergründen, um zumindest Fehler zu vermeiden oder sogar einen konstruktiven Beitrag zur Entspannung der Lage zu leisten. Im Prinzip stehen alle Informationen und viele kluge Analysen zur Verfügung – doch fehlt es am Willen, diese auch zu nutzen bzw. umzusetzen.

Vorab in Beispiel zur Einführung und zum Nachdenken

Die Spannungen USA-China haben – man kann kaum Schritt halten – erst in dieser Woche einen neuen Höhepunkt erreicht, als der US-Außenminister Michael Pompeo, der sich derzeit als Hardliner profiliert, erklärte, alles „Chinesische“ solle in den USA aus den Bereichen IT-Software (Apps), Hardware (Huawei etc.), Cloud- und Community-Diensten (TikToc etc.) ab sofort reduziert und dann abgeschafft werden. Sicher wird man ein ähnliches Vorgehen in den nächsten Tagen auch den Euro-Partnern und anderen „empfehlen“.

Den aktuellen „Fall Hongkong“ kann man – wenn man nur will – auch in Europa eher nachvollziehen als die Gesamtproblematik der Spannungen China-USA.

Westliche/europäische Politiker und fast alle Medien verurteilen die verstärkte Kontrolle Hongkongs durch Peking schlicht als „Angriff auf die demokratischen Strukturen dieses Landes, auf die dortigen Freiheitsrechte“ etc.

Doch wer fragt noch, ob Hongkong jemals eine Demokratie war – ebenso wie das bei Geschäftsleuten und Urlaubern beliebte Singapur – das schlicht eine diktatorische (aber erfolgreiche) Regierung bzw. jüngere Geschichte hat.

Wir verurteilen Sklavenhandel, Rassismus und angeblich auch Kolonialismus – aber Hongkong war bisher eine britische „Kron-Kolonie“. „Erworben“ hatten die Briten diese Region unter übelsten Umständen, dem gezielten Einsatz von Heroin und riesigen Opfern unter den Chinesen. Es baute später – nach dem Zweiten Weltkrieg – das heutige moderne Hongkong auf, während die Chinesen sich erst einmal vom Maoismus befreien mussten.

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