Aufregung um russischen Corona Impfstoff: Die Fake News der deutschen “Qualitätsmedien” | Anti-Spiegel

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12-08-20 03:36:00,

Die Registrierung (nicht Zulassung!) des ersten Corona-Impfstoffs durch Russland hat die Medien in Deutschland in Aufruhr versetzt. Russland wird vorgeworfen, eine vorgeschriebene Testphase übersprungen zu haben. Dass ist jedoch nicht wahr, wie ein Blick in die Originalquellen zeigt. Stattdessen übersetzen die deutschen Qualitätsmedien (bewusst?) falsch.

Ich habe gestern schon auf den entscheidenden Unterschied hingewiesen. In Russland wurde der Impfstoff nicht zugelassen, sondern registriert. Das ist ein wichtiger Unterschied. Die Registrierung ist in Russland formaljuristisch nötig, um die dritte Testphase durchzuführen. Erst danach wird der Impfstoff zugelassen.

Wie die Zulassung von Impfstoffen funktionert

Impfstoffe werden in drei Phasen getestet. In den Phasen I und II und werden kleine Gruppen von einigen Dutzend Menschen in Krankenhäusern isoliert und geimpft. Dabei werden sowohl Gesunde (Phase I), als auch mögliche Risikopatienten (Phase II) mit verschieden hohen Dosierungen geimpft und sie werden medizinisch rund um die Uhr beobachtet. Diese Testphasen werden oft parallel durchgeführt, auch im Westen, wie wir gleich sehen werden. In Russland wurde das im Sommer ebenfalls parallel durchgeführt.

Dabei sind nach russischen Angaben außer leichtem Fieber und Rötungen an den Einstichstellen keine Nebenwirkungen beobachtet worden und die Ergebnisse wurden auch in den entsprechenden internationalen Fachmagazinen veröffentlicht, auch das werden wir gleich noch sehen.

Danach werden in Phase III mehrere hundert oder tausend Freiwillige „in freier Wildbahn“ geimpft. Sie bekommen also die Impfung und leben währenddessen ihr normales Leben weiter, werden aber medizinisch begleitet und Nebenwirkungen und Wirkung des Impfstoffs werden genau registriert. Damit will man auch seltene Nebenwirkungen, die vielleicht nur bei einem von tausend Menschen auftreten, finden. Diese dritte Phase soll Russland – wenn man den deutschen „Qualitätsmedien“ glaubt – übersprungen und den Impfstoff bereits nach Phase II zugelassen haben.

Das allerdings ist nicht wahr, denn sowohl in der Regierungskonferenz, die gestern im russischen Fernsehen übertragen wurde, als auch in der heutigen Pressekonferenz wurde deutlich gesagt, dass nun – nach der Registrierung – der Weg frei ist, mehrere hundert Freiwillige zu impfen. Das ist die Phase III, die Russland angeblich übersprungen haben soll. Dabei sollen in Russland Freiwillige bevorzugt werden, die als Mediziner oder Lehrer arbeiten. Erst nach den Ergebnissen dieser Impfungen wird der Impfstoff zugelassen und der breiten Masse zur Verfügung gestellt.

So steht es übrigens auch auf der offiziellen Seite des Impfstoffs zu lesen:

„Phase 3 clinical trial involving more than 2,000 people in Russia,

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