Ein kleiner Schritt

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12-08-20 03:35:00,

Der alte Schwindler wähnt sich seines Sieges sicher. Schon erscheint ihm sein Ziel in greifbarer Nähe. Nichts scheint seinen Plänen mehr im Wege zu stehen. Die Maschine läuft. Zufrieden schaltet er an Knöpfen und Hebeln. Wie geschmiert greifen die Räder ineinander und schnurren in leisem, rhythmischem Takt. Mit eisernen Fingern greift die Maschine nach dem Lebendigen, ein nimmersattes Ungeheuer, das allen alles nimmt und ganz wenigen immensen Reichtum zuschiebt.

Immer mehr spitzt sich die Pyramide zu, immer steiler wird der Aufstieg, immer enger der Platz ganz oben. Nur wenige sammeln sich an der Spitze und nehmen sich das Recht, über das Los aller zu bestimmen. Zufrieden blickt der gerissene Gauner auf sein Werk. Gleich wird er ganz oben sein, während unter ihm einer nach dem anderen von der Wucht und der Willkür seiner Machenschaften niedergemacht wird.

Kein Umarmen ist mehr möglich, kein Händeschütteln. Die Leitungen sind gekappt, die Verbindungen unterbrochen. Kein gemeinsames Essen, Singen, Tanzen, kein Willkommen beim Eintritt in das Leben und keine Hand, die beim Abschied die andere hält.

Tief frisst sich die Angst durch die Köpfe der Menschen und verschließt ihre Herzen. Niemand wagt es mehr, sich die Maske vom Gesicht zu nehmen und sich zu zeigen, wie er ist.

Wissen sie denn noch, wer sie sind? Das Gewissen, das sich regte, nachdem Millionen vergast wurden, schaut weg, wenn Milliarden die Freiheit und die Existenz verlieren. „Es ist eben so“, sagen die einen. „Was soll man da machen“, fragen die anderen. Tut man nicht alles für unser Bestes? Strengt man sich nicht gewaltig an? Wird nicht alles für unsere Sicherheit unternommen?

In einer Welt, in der mit Krieg für Frieden gekämpft wird, ist die Rechnung aufgegangen. Die Verwirrung ist komplett. Auf der großen Bühne kommen die Verbrecher als Wohltäter daher und die Warnenden als Narren. Niemand weiß mehr, was wahr ist und was gelogen. Gebannt starren die Menschen auf die Schattenspiele und lassen sich Geschichten erzählen von einem Universum, das aus einem Knall entstand, von Zufall und Sinnlosigkeit, von Konkurrenz und dem Gesetz des Dschungels, vor allem aber von ihrer eigenen Nichtigkeit.

Schlecht ist der Mensch von Anfang an, schuld daran ist die Frau. Verbrennen muss das alte Wissen, bestraft werden die Sünder. Als die Wissenschaft die Religion ablöste und evolvierte Affen begannen,

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