Trauriger Tiefpunkt

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12-08-20 05:01:00,

Lange haben meine Frau und ich uns gegen den Ausdruck „Lügenpresse“ gewehrt, da er durch die Demonstrationen von Rechten einen unangenehmen Beigeschmack hatte. Wir waren fest davon überzeugt, dass uns die „Qualitätsmedien“ auf keinen Fall belügen würden. Im Laufe der Coronakrise mussten wir immer öfter feststellen, dass die öffentlich-rechtlichen Medien nicht nur durch Weglassen, sondern eben auch durch bewusste Verbreitung von Halbwahrheiten die Bevölkerung manipulieren. Die Großdemo in Berlin am 1. August hat uns jetzt hautnah und dadurch auch beklemmend deutlich vor Augen geführt, wie massiv und gnadenlos nicht nur tendenziös berichtet, sondern tatsächlich von diesen Medien offen gelogen wird. Und das, obgleich hunderttausende Teilnehmer wie auch Zuschauer am Rande die wahren Dimensionen mit eigenen Augen ermessen konnten.

Vor etlichen Jahren sind wir gegen Springer in Hamburg, die Notstandsgesetze oder die Atomkraft auf die Straße gegangen. Tatsächlich hat sich damals ganz wenig bewegt, einige Änderungen haben gedauert, aber trotzdem wurden immer wieder auch kritische Berichte in den Medien veröffentlicht. Viele Jahre wurde unsere ganze Kraft und Aufmerksamkeit dann durch Beruf und Familie absorbiert. Hat uns das blind gemacht für die Veränderungen in den Medien? Im Nachhinein müssen wir wahrscheinlich sagen, das trifft wohl leider zu.

Erst seit wenigen Jahren haben wir wieder die Zeit und die Kraft, uns verstärkt für soziale und politische Themen zu engagieren. So haben wir zum Beispiel die Fridays-for-Future-Bewegung unterstützt und sind auch bei Demos mitgelaufen. Bereits bei diesen Demonstrationen traten große Unstimmigkeiten zwischen den tatsächlichen Zahlen, Teilnehmern sowie Abläufen und den Berichten in den „Qualitätsmedien“ auf. Wir haben das zunächst mit „schlecht recherchiert“ oder „unbewusst verdreht“ entschuldigt.

Als Immunologe beziehungsweise Biologin war uns schnell klar, dass die Daten vom RKI nicht vernünftig dargestellt wurden, aber zu Beginn waren wir noch der Meinung, dass der Spuk Ostern vorbei sein würde.

Doch nach und nach mussten wir feststellen, dass die öffentlich-rechtlichen Medien — bis hin zu den normalerweise kritischen Magazinen und Kabarettsendungen — ausschließlich Regierungspropaganda verbreiteten.

Als dann auch noch bekannte Wissenschaftler lächerlich gemacht und verunglimpft wurden, haben wir gedacht, tiefer könnte man als Journalist nicht sinken. Aber weit gefehlt, bei den Berichterstattungen über die Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen wurde es immer schlimmer und der traurige Tiefpunkt ist jetzt am Samstag, dem 1. August in Berlin, erreicht.

Uns war beim ersten Aufruf zu der Demo klar,

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