Reshoring: Die Umorganisation der globalen Arbeitsverteilung

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13-08-20 08:30:00,

Zurückholen von Teilen der Produktion und Verkürzung der Lieferketten

Die International Labor Organisation (ILO) hatte bereits im Jahr 2016 in einer großen Untersuchung die Prognose gestellt, dass in der ASEAN-Region, mit 660 Millionen Menschen und einem der größten Wirtschaftsräume der Welt, ein noch nie dagewesener millionenfacher Arbeitsplatzabbau vonstatten gehen wird. Heute geht die ILO davon aus, dass weltweit bis zu 35 Millionen Menschen zusätzlich in Arbeitsarmut leben werden und 25 Millionen Menschen erwerbslos werden, damit wären nach den offiziellen Zahlen über 200 Millionen Menschen weltweit ohne Arbeit

Der derzeitige weltweite wirtschaftliche Niedergang, gepusht durch die Corona-Pandemie, hat den massiven Arbeitsplatzabbau lediglich vorgezogen und gezeigt, wie anfällig die globalen Lieferketten geworden sind.

Für die wirtschaftspolitische Planung der Bundesregierung ist schon seit längerer Zeit klar, dass die weltweit agierenden Unternehmen Teile der Produktion nach Deutschland zurückholen sollten. Nicht nur um die Lieferketten zu verkürzen, sondern vor allem beim wirtschaftlichen Neustart die Einführung von Robotern zu forcieren und eine Renaissance der Industrieproduktion in den reichen Industrieländern einzuläuten. Mithilfe einer immens teuren Digitalisierung sollten dann mit durchgängiger integrierter Vernetzung und Steuerung aller Produktionsschritte die Produktionsanforderungen durch informationstragende Elemente auf das Einzelprodukt übertragen werden können.

Vor nunmehr 30 Jahren begannen die Unternehmen damit, ihre Produktion in Niedriglohnländer auszulagern. Dazu trugen der Fall der staatssozialistischen Länder, Chinas wirtschaftliches Wachstum mit globaler Integration und Aufnahme in die Welthandelsorganisation bei wie auch die Zunahme der Containerwirtschaft. Bis zur globalen Finanzkrise von 2008 wurde eine Hyperglobalisierung aufgebaut, in der 60 Prozent des Welthandels auf die globalen Wertschöpfungsketten fiel.

Mit der globalen Krise von 2008 wurde der Zenit überschritten das Ende dieses Globalisierungszeitalters zeichnete sich ab. Schon 2011 kam die Expansion der globalen Wertschöpfungsketten zum Erliegen.

Der aktuelle weltweite wirtschaftliche Niedergang, gepuscht durch die Corona-Pandemie, hat erneut gezeigt, wie anfällig die globalen Lieferketten geworden sind und dass trotz der Einsparungen für die Unternehmen es sich nicht mehr lohnt, die mit der Produktionsauslagerung verbundenen Risiken einzugehen.

Die Bundesregierung hat sich schon vor einiger Zeit der “kybernetischen Wende” gewidmet, die Forschung darauf ausgerichtet und entsprechend ausgestattet, damit sich der Staat und jene Wirtschaftssektoren, die aus der Krise gestärkt hervorgehen werden, bereits früh in der Krise einen strategischen Vorteil sichern können.

Forschungsprojekt SPEEDFACTORY

Mit dem Projekt SPEEDFACTORY des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWI) wurde schon 2013 begonnen und bereits 2016 konnten konkrete Ergebnisse vorgelegt werden.

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