Frankreich: Maskentragen mit Nachdruck durchsetzen

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17-08-20 09:03:00,

In 14 von 20 großen Städten gilt die Pflicht zur Schutzmaske auch im Freien. Die Polizeikontrollen werden verstärkt. Geplant ist die Auflage auch in Büros und in der Schule

Das Tragen der Maske ist Rezept Nummer eins in Frankreich, um auf steigende Infektionszahlen reagieren. In 14 der 20 größten Städte gilt mittlerweile eine Pflicht zum Tragen der Masken in belebten Zonen im Freien.

Die Tragepflicht will man mit Nachdruck durchsetzen. Regierungssprecher Gabriel Attal kündigte an, dass ab dem heutigen Montag 130 Polizisten der CRS, die üblicherweise bei Demonstrationen eingesetzt werden und für ihr nicht gerade sanftes Eingreifen berüchtigt sind, im Département Bouches-du-Rhône zur Verstärkung eingesetzt werden, “um die Effektivität der Masken-Tragepflicht zu kontrollieren”.

Das Département mit dessen Hauptstadt Marseille wird wie die Landeshauptstadt Paris auch seit Freitag als “Zone mit einer aktiven Zirkulation des Virus” bezeichnet und als “rot” klassifiziert. Die Präfektur ist alarmiert: In 7 Arrondissements in Marseille und in den Zentren von 13 anderen Kommunen des Départements wurde die Maskenpflicht im Freien verhängt.

“Im Viertel wird sich nichts ändern”

Die Regionalzeitung La Marseillaise stellt den Maßnahmen die Aussage eines Gemüsehändlers in Marseille entgegen: “Sie können das Tragen der Maske überall zur Pflicht machen, aber im Viertel wird sich nichts ändern.” Die Passanten würden sich trotz der 50 angebrachten Kameras nicht an Abstandsvorschriften halten. Das würde sich nie ändern.

Nun werden Stimmen von Politikern laut, das ohnehin harte Bußgeld von 135 Euro – dem sogar Freiheitsstrafen bei wiederholtem Nichtbefolgen folgen können – noch zu erhöhen.

Politik mit Drohungen und Angst – Regierungssprecher Gabriel Attal versucht die Sache pädagogisch zu drehen:

Zu fürchten ist nicht der Gendarm, der kommt, um euch ein Bußgeld aufzuerlegen, sondern das Virus, dass Sie ansteckt, wenn Sie die Abstandsregeln nicht einhalten.

Gabriel Attal

Es sei nötig, dass die Französinnen und Franzosen weniger Angst vor dem Bußgeld und den Strafen haben als vor dem Virus selbst, betont Attal nachdrücklich. Bezeichnend, dass auch er an die Belehrung, wohin sich die Angst richten soll, die Drohung hängt, dass Überlegungen nicht ausgeschlossen seien, das Bußgeld zu erhöhen.

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Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ifop vom Ende letzter Woche sind die Befragten (1.000 über 18-Jährige,

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