Eintritt in die Verschmelzung von Plastik und Körper?

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18-08-20 06:40:00,

Sardinen. Bild: Dudva/CC BY-SA-3.0

Auch beim Atmen gelangen in unsere Körper Plastikteilchen. Wissenschaftler haben nun die Plastikkontamination von Meeresfrüchten genauer analysiert

Plastik ist ein wunderbares Material, leicht zu produzieren, haltbar, mit geringem Gewicht, praktisch beliebig formbar, dazu hart oder weich, zu fast allem verwendbar, auch zu Implantaten im Körper etc. Man könnte Plastik als das materielle Pendant zu digitalen Daten bezeichnen, aus denen virtuelle Welten gebaut werden, die sich über die reale Welt wölben und diese einschließen. Während die Erzeugung, Versendung und Speicherung digitaler Daten den Planeten mit erwärmt und deren materielle Träger die Umwelt belasten, breitet sich auch Plastik auf dem gesamten Planeten aus, ganze Regionen verschwinden unter Plastikplanen).

Es reichert sich in Deponien und in riesigen Plastikinseln auf den Meeren an – der Great Pacific Garbage Patch (GPGP) im Nordpazifikwirbel zwischen Kalifornien und Hawaii ist 1,6 Millionen Quadratkilometer groß -, beim langsamen Zerfall tritt es in Form von Mikro- und Nanoplastik-Partikeln ganz in den biologischen Kreislauf über. Mehr als 8 Milliarden Tonnen Plastik wurden weltweit in 60 Jahren hergestellt, fast 5 Milliarden Tonnen sind bislang in der Umwelt oder auf Müllhalden gelandet, es wird nur ein Teil des produzierten Plastik recycelt (Milliarden Tonnen an biologisch nicht abbaubaren Plastikmüll haben sich in der Umwelt angesammelt).

1950 wurden noch 1,5 Millionen Tonnen produziert, 2015 über 320 Millionen Tonnen. 2018 waren es schon 359 Millionen Tonnen. Tendenz weiter steigend, auch wenn ein paar Plastiktüten oder Strohhalme weniger hergestellt werden sollten. Und auch wenn plötzlich unwahrscheinlicherweise schnell kein Plastik mehr hergestellt werden sollte, das in die Umwelt gelangt, so ist das zerfallende Plastik auch weiterhin in Meeren, im Grundwasser, in Böden, in der Luft und in Organismen zu finden, zunehmend auch im Körper von Menschen, die Plastik mit Trinken und Essen, aber auch allein schon durch Atmen in sich aufnehmen und auch ansammeln. Sie werden dann nicht zu einem Cyborg, sondern zu einem Mischwesen aus biologischem Körper und Plastik: plastic man.

Wir nehmen 5 Gramm Plastik in der Woche auf

Wissenschaftler der australischen University of Newcastle sind nach Auswertung vieler Studien zu dem Schluss gekommen, dass die Menschen durchschnittlich 2000 Plastikartikel oder 5 Gramm Plastik wöchentlich in sich aufnehmen,

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