Die bagatellisierte Revolte

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19-08-20 10:32:00,

Der folgende Text ist für alle diejenigen gedacht, die am 1. August 2020 nicht in Berlin waren und daher nur Medien wie ARD, Dlf, FAZ, Spiegel, Tagesspiegel, ZDF, Zeit als Quelle nutzen können. Die dortigen Berichte stimmen, was die Anzahl der Demonstrierenden und die Art der Teilnehmer betrifft, nicht mit meinen Beobachtungen als Teilnehmer überein.

Die Medien nennen überwiegend eine Zahl von etwa 20.000 Demonstrationsteilnehmern, aber es waren Hunderttausende. Es könnte sogar sein, dass die von den Veranstaltern nach der Demonstration genannte Zahl von über einer Million erreicht wurde, aber das ist nur mein subjektiver Eindruck. Entscheidend ist jedoch, dass die offizielle Schätzung der Polizei von 20.000 deutlich überschritten wurde. Trotzdem hat sich bei allen oben genannten Medien die Polizei-Schätzung als einzige Quelle durchgesetzt.

In Berlin traf sich ein bunter Querschnitt der Gesellschaft und eine friedliche, unaufgeregte, wandernde Menge auf einer Gesamtstrecke von annähernd acht Kilometern. Als die Vorhut dieser Menschenschlange das Ziel, die Siegessäule gegen 14.15 Uhr erreichte, befand sich das Ende noch im Scheunenviertel und war somit etwa fünf Kilometer entfernt.

Als die Polizei die Demonstration gegen 15.35 Uhr an der Marschallbrücke für aufgelöst erklärte, bewegte sich der Hauptteil des Demonstrationszuges noch auf den Straßen Unter den Linden — Wilhelmstraße — Spreebogen sowie auf dem Gelände vor dem Bundeskanzleramt bis zum angrenzenden Park und hatte die Straße des 17. Juni noch gar nicht erreicht. Eine Luftaufnahme des gesamten Demonstrationszuges wurde bisher von keiner Stelle veröffentlicht. Die kursierenden Luftaufnahmen von der Straße des 17. Juni sind daher ein willkürlicher räumlicher Ausschnitt zu einem beliebig gewählten Zeitpunkt und für die Zählung der Menge aller Demonstrierenden ungeeignet.

Die Demonstrierenden hielten auf der Straße in den Abschnitten, die ich beobachten konnte, denselben Abstand wie die Menschen auf den anliegenden Bürgersteigen, Einkaufende und Touristen: Die Anzahl der Maskenträger war auf den Bürgersteigen nicht höher als auf der Straße. Der Mindestabstand von 1,50 Metern war auf dem Fußweg für mich nur dann ein Problem, wenn mir Gruppen von Touristen oder Jugendlichen entgegenkamen. Auf der Straße selbst war der Abstand leicht einzuhalten. Kleine, zusammengehörende Gruppen, zum Beispiel Familien, Freunde sowie gemeinsame Angereiste von drei bis sechs Personen, die den Mindestabstand unterschritten, konnte ich öfter beobachten.

Für meine Teilnahme an der Demonstration hatte ich drei Motive.

Erstens erachte ich eine öffentliche Diskussion über die Maßnahmen seit März 2020 für notwendig,

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