Nato baut Festung Norwegen weiter aus – Kriegs-TV liefert passende Stimmung

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19-08-20 04:53:00,

Handelshäfen werden zu U-Boot-Stützpunkten umgebaut, Flugplätze werden erweitert, Großmanöver werden abgehalten und Aufklärungsflüge hören nicht auf: Die Nordatlantikallianz ist im Norden Europas aktiver denn je. Norwegen dient dabei als Brückenkopf. Die Bevölkerung des Landes wird durch vorgebliche „Bedrohung aus Russland“ bei der Stange gehalten.

Die Nato lässt Worten über die angebliche Notwendigkeit, Norwegen militärisch zu verstärken, Taten folgen. Kampfschiffe der Allianz üben deutlich häufiger zusammen mit der norwegischen Marine in der Barentssee und im Nordmeer; Aufklärungsmissionen nehmen in Ausmaß und Häufigkeit zu: Norwegische Spionageschiffe sind in der Nähe russischer Grenzen aktiv, während amerikanische Seefernaufklärer von norwegischen Flugplätzen zu Einsätzen in der Arktisregion starten; die Regierung in Oslo hat das Abkommen mit Washington über die Stationierung amerikanischer Marineinfanteristen auf norwegischem Boden verlängert und die Stärke des US-Kontingents gleich verdoppelt.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Nato ein Großmanöver in Norwegen veranstaltete. Rund 50.000 Soldaten aus mehreren Nationen trainierten bei der Großübung „Trident Juncture“ 2018 die kollektive Abwehr eines starken Gegners. 65 Kampfschiffe entsandte die Allianz damals zum Manöver, sogar ein Flugzeugträger der US Navy lief das erste Mal seit dem Kalten Krieg ins Europäische Nordmeer ein.

Währenddessen errichtet die Allianz im Norden Norwegens ein als „Globus-3“ bezeichnetes Radar. In Vardö, der östlichsten Gemeinde des Landes, nur wenige Kilometer von Russland entfernt, läuft die Arbeit auf Hochtouren. Die neue Radarstellung – als Frühwarnanlage für die Raketenabwehr ausgewiesen – wird den „möglichen Gegner“ bis ins tiefe Kernland hinein überwachen und Informationen über Raketentests sowie Schiffsbewegungen der Nordmeerflotte für die Nato-Führung beschaffen können. Nebenher werden mehrere Flugplätze an der norwegischen Nordküste modernisiert und der Hafen Grotsund unweit der norwegischen Hauptstadt wird für die Aufnahme amerikanischer Atom-U-Boote umgebaut.

Das russische Außenministerium sieht in dem Treiben der Nato eine Militarisierung der Arktis. Vor allem die Aufklärungsflüge der Allianz beunruhigen Moskau. Meldungen des russischen Verteidigungsministeriums über Aufklärungsflugzeuge der Nato in direkter Nähe zu russischen Grenzen erfolgen zumindest wöchentlich, wenn nicht täglich. Abermals und abermals muss die russische Luftwaffe Abfangjäger alarmieren, um die Aufklärer von einem möglichen Eindringen in den russischen Luftraum abzuhalten.

Letzte Woche erst musste eine MiG-31 eine Boeing P-8 von der russischen Grenze fernhalten. Wenige Tage davor hatte die russische Luftwaffe Abfangjäger entsenden müssen, um einen norwegischen Signalaufklärer in bedrohlicher Nähe zum russischen Luftraum zu verwarnen und zur Umkehr zu bewegen.

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