Skandalöse deutsch-israelische Militärshow über dem KZ Dachau. Nein zu diesem Zynismus! Von Winfried Wolf

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19-08-20 10:21:00,

Am gestrigen 18. August donnerten zwei israelische Kampfflugzeuge vom Typ F-16 und drei deutsche Eurofighter in einer gemeinsamen Formation über das ehemalige KZ Dachau. Dies ist zynisch und ein Skandal. Die Bundeswehr wurde von NS-Generälen, die für den Holocaust mitverantwortlich waren, mitgegründet. Ex-NS-Militärs waren bis Mitte der 1960er Jahre die Spitzenvertreter der Bundeswehr. Die deutsche Armee und der Bundeswehrverband haben sich bis heute nicht von der Traditionslinie zur NS-Wehrmacht konsequent getrennt.

Demonstriert werden sollte mit dem Flug von Kampfflugzeugen über der KZ-Gedenkstätte Dachau, dass Deutschland und Israel eine Waffenbrüderschaft verbinde. Es soll nicht bei dem einmaligen Auftritt von israelischer Luftwaffe und Bundeswehr-Luftwaffe bleiben. In den folgenden knapp zwei Wochen wird es „gemeinsame Übungen“ der beiden Luftwaffen unter der Bezeichnung „blue wings 2020“ geben.

Ein Berichterstatter von „Bild“ – Maximilian Kiewel – überschlug sich vor Ort in einer Video-Reportage förmlich vor Begeisterung und behauptete, „beide Seiten können viel voneinander profitieren“. Die israelischen Militärs würden „das deutsche Terrain, den deutschen Wald, das Gelände hier“ so nicht kennen. Darüber hinaus verfüge die Luftwaffe der Bundeswehr „mit dem Eurofighter über ein modernes Flugzeug, was die Israelis so nicht haben“. Früher halt Herrenmensch. Heute zunächst mal nur noch Oberlehrer.

Die deutschen und die israelischen Soldaten, die an der Übung teilnehmen, tragen Abzeichen, auf denen der Davidstern und das Eiserne Kreuz „ineinander verwoben“ sind. Die deutsche Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sprach von „einem „bewegenden Moment“ und betonte: „Heute stehen hier israelische und deutsche Soldaten Seite an Seite. Lasst uns an die schmerzhafte Geschichte erinnern – für eine bessere Zukunft.”

Erinnern? Auf eine solche Weise? Für welche Art Zukunft?

Halten wir fest: Die Bundeswehr, mit der die israelischen Soldaten gemeinsam trainieren, wurde von Nazi-Generälen, die für den Holocaust mitverantwortlich waren, gegründet. Und sie hat sich in ihrer Traditionspflege und in ihren Symbolen bis heute von der verbrecherischen Tradition des deutschen Militarismus und der NS-Wehrmacht nicht konsequent losgelöst. Im Konkreten:

Personelle Kontinuität NS-Armee und Bundeswehr: Die Wehrmacht war an der Shoa, an der vom NS-Regime europaweit organisierten Vernichtung der jüdischen Bevölkerung, aktiv beteiligt. Die Bundeswehr wurde Anfang der 1950er Jahre von Nazi-Generälen gegründet. Nazi-Militärs haben diese Armee rund eineinhalb Jahrzehnte lang geführt. Drei Beispiele: Der erste Generalinspekteur der Bundeswehr war der ehemalige Nazi-General Adolf Heusinger.

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