Das erfährt der Spiegel-Leser nicht: Was Studien zu Erdgas und Methan mit der Geopolitik zu tun haben | Anti-Spiegel

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20-08-20 09:14:00,

Der Spiegel hat sich mal wieder mit dem Klimawandel und vor allem mit der Gefahr durch Erdgas beschäftigt. Dabei allerdings betätigt er sich – ohne es seinen Lesern kenntlich zu machen – nicht nur als Lobbyist einer Firma und ihrer Branche, sondern auch als Verfechter von US-Interessen.

Schon im letzten Jahr habe ich eine Studie zum Thema Erdgas thematisiert, über die der Spiegel berichtet hat. Das Ergebnis der Studie war wenig überraschend, denn sie wurde von einer NGO mit dem wohlklingenden Namen Energy Watch Group durchgeführt. Die Energy Watch Group hat als Kern all ihrer Studien immer ein Ergebnis: Fossile Brennstoffe gehen viel schneller zur Neige, als prognostiziert, daher müssen wir viel schneller auf alternative Energien setzen. Finanziert wird die Energy Watch Group – oh Wunder – von der Ludwig Bölkow Systemtechnik GmbH, einer Firma, die ihr Geld mit erneuerbaren Energien verdient. Das ist ja ehrenwert, nur bedeutet diese Verbindung, dass sich die GmbH von der Watch Group die Studien schreiben lässt, die sie braucht, um Geschäfte zu machen.

„Studien“ von Lobbyisten

Entsprechend wertlos war die Studie dann auch und in ihrer Kurzzusammenfassung nannte sie für ihr wichtigstes „Studienergebnis“, dass Erdgas wegen angeblich sehr hoher Methanemissionen ausgesprochen klimaschädlich sei, nur eine Quelle:

„Die hier vorgestellten Daten beruhen auf neuesten Forschungen (Howarth, 2019; Worden et al., 2017), die belegen, dass die Methanemissionen der Nutzung von fossilen Energieträgern etwa 20% höher sind, als den jetzt aktualisierten Originaldaten zugrunde liegt (Olivier J.G.J. et al., 2017).“

Aber eine solche „Studie“ von einer Lobbyisten-NGO war dem Spiegel 2019 einen Artikel wert. Und die Geschichte wiederholt sich. Am Donnerstag erschien wieder ein Artikel im Spiegel, dieses Mal mit der Überschrift „Methanlecks aus Gasnetzen – Kleine Löcher, großer Klimaschaden“ und auch dort konnte man die gleiche These wieder lesen.

Ich habe immer wieder darauf hingewiesen, dass man die Wahrheit oft erst ganz am Ende eines langen Spiegel-Artikels findet. So auch hier. In ewig langen Absätzen wird dem Leser lang und breit erklärt, dass beim Transport von Gas und generell aus den Gasnetzen unglaublich viel Methan entweiche, was ganz gefährlich für das Klima ist. Am Ende des langen Artikels lässt der Spiegel dann Thure Traber zu Wort kommen, das ist der Chef oben erwähnten der Energy Watch Group:

„“Auf den Gasfeldern in Sibirien und in den Pipelines nach Deutschland gehen in ähnlicher Größenordnung wie bei importiertem US-Flüssiggas insgesamt mindestens 2 bis 2,5 Prozent der Fördermenge verloren“,

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