Die Medien und das falsche Bild von einem „guten Amerika“

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21-08-20 09:53:00,

Die einhellige Diffamierung von US-Präsident Donald Trump sowie die unhaltbare Darstellung der US-Demokraten als das „gute Amerika“ sind selektiv und verzerrend. Aus beiden Aspekten folgen große Irreführung und Orientierungslosigkeit bezüglich der USA. Von Tobias Riegel.

Es ist nicht leicht, ein konstruktives Gespräch über den US-Präsidenten Donald Trump zu führen: Zu leidenschaftlich stehen sich die Pole gegenüber. Hier soll trotzdem versucht werden, über den US-Wahlkampf zu schreiben, ohne Trump rundum zu verteufeln. Und ohne die Gegenseite als moralisch eindeutig im Vorteil zu bezeichnen. Dass der Verzicht auf eine pauschale Diffamierung Trumps nicht bedeutet, dass man sich mit seinem Stil und seinen Inhalten identifiziert, ist selbstverständlich. Es soll hier trotzdem noch einmal betont werden: Donald Trump ist ein radikaler Großkapitalist, positive Charakterisierungen als Widerstandskämpfer gegen das Establishment oder als Friedensbotschafter sind zurückzuweisen. Ebenso zurückzuweisen sind aber Exzesse der Verteufelung und die Zeichnung der US-Demokraten als das „gute Amerika“.

Manipulation und Verzerrung zur US-Politik

Die Berichterstattung großer deutscher Medien zum US-Wahlkampf ist extrem selektiv, es sind vor allem die bereits erwähnten Aspekte zu kritisieren: Die einseitige Diffamierung des Präsidenten sowie die unhaltbare Darstellung der US-Demokraten als das „gute Amerika“. Aus beiden Aspekten folgt große Irreführung und Orientierungslosigkeit bezüglich der USA: Wohin die tatsächlichen Entwicklungen gehen könnten, wird vernebelt. Angesichts von emotionalen und verzerrten Artikeln kann sich der Bürger kein reales Bild von den USA machen – etwa davon, dass es eine „US-Kriegspartei“ gibt, die sich über die Parteigrenzen von Demokraten und Republikanern erstreckt.

Bezüglich Donald Trump ist eine Trennung der Betrachtungen zur Innen- bzw. zur Außenpolitik angebracht: Innenpolitisch betreibt er die Polarisierung der Gesellschaft ebenso wie seine Gegner bei US-Demokraten und in zahlreichen Institutionen. Außenpolitisch ist das Bild nicht so eindeutig: Einerseits können Tendenzen festgestellt werden, große militärische Konflikte zumindest vorerst nicht weiter zu eskalieren. Andererseits werden unter Trump die Konflikte etwa mit China, Venezuela oder Iran vorangetrieben, wenn auch auf einer bisher weitgehend nicht-militärischen Ebene. Die Bereitschaft zu großen militärischen und für alle Seiten extrem verlustreichen Einsätzen der US-Armee erscheint aber bei den US-Demokraten erheblich größer. Ebenso scheint dort die Bereitschaft erheblich kleiner, die selber ausgehobenen Gräben zu Russland zu überbrücken. Die NachDenkSeiten haben dazu geschrieben:

„Vor allem die Innenpolitik des US-Präsidenten muss sehr kritisch betrachtet werden, da Trump hier seinen bösen Worten meist auch schlimme Taten wie die grausame Isolierung der Migrantenkinder,

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