NGOs und Think Tanks sind laut Spiegel “eine heimtückische Form der Kriegsführung” | Anti-Spiegel

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25-08-20 06:57:00,

Der Spiegel hat vor kurzem einen Artikel veröffentlicht, in dem er seinen Lesern haarklein erklärt hat, wie gefährlich sogenannte Think Tanks und NGOs sind. Genau genommen gilt das – laut Spiegel – natürlich nur für einen russischen Think Tank, der in Berlin seinen Sitz hat. Über die ungezählten westlichen Think Tanks, die in Russland und weltweit tätig sind, hat der Spiegel kein Wort verloren, also wollen wir das mal vergleichen.

Der Artikel erschien im Spiegel unter der Überschrift „Denkfabrik macht Kreml-PR in Berlin: „Dies ist eine heimtückische Form der Kriegsführung““ und begann so:

„Recherchen des SPIEGEL und interne Dokumente des Dossier Center zeigen, wie Moskau versucht, die deutsche Politik und Wirtschaft zu beeinflussen. Im Mittelpunkt stehen ein Berliner Thinktank und ein ehemaliger KGB-Mann.“

Man muss nicht allzu sehr recherchieren, um herauszufinden, dass das Dialogue of Civilizations Research Institute (DOC) versucht, die Politik zu beeinflussen. Das ist auf deren Seite deutlich auf Englisch zu lesen (von mir übersetzt):

„Seine Bedeutung beruht sowohl auf den von ihm vorgelegten Vorschlägen zur Entwicklung der Politik, als auch auf der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit einer Vielzahl internationaler Experten.“

Wer politische Entwicklungen beeinflussen will, muss mit einflussreichen Persönlichkeiten sprechen und Konferenzen, Diskussionsrunden von Experten organisieren und so versuchen, auf politische (und gesellschaftliche) Entscheidungsprozesse Einfluss zu nehmen. Das sind Aufgabe und Vorgehensweise einer jeden NGO, die versucht ein Thema, das ihr wichtig ist, zu fördern. So gehen Umweltschützer, Wirtschaftslobbyisten und auch politische NGOs jeden Tag vor.

Und auch dass das DOC eng mit der russischen Regierung verbunden sein dürfte, ist kein Geheimnis, denn einer der Gründer war Wladimir Jakunin, der sehr lange Chef der russischen Eisenbahn, also eines bedeutenden Staatsbetriebes in Russland, war und bis heute im Aufsichtsrat des DOC sitzt. Wie genial der Spiegel recherchiert hat, zeigt auch dieser Satz über Jakunin:

„Zu Sowjetzeiten soll er für den Geheimdienst KGB gearbeitet haben, später stieg er zum Chef der russischen Eisenbahn auf.“

KGB klingt immer böse und wenn man es dann noch geheimnisvoll formuliert („soll für den den KGB gearbeitet haben„) klingt es gleich nochmal verdächtiger. Dabei sind seine Verbindungen zum KGB kein Geheimnis, allerdings sind sie auch reichlich unspektakulär. Jakunin wurde in einer Universität, die zum KGB gehörte,

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