Coca-Cola in Lüneburg: Verteilkampf ums Wasser

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26-08-20 09:12:00,

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Coca-Cola will in einem trockenen Gebiet in Deutschland künftig noch mehr Wasser fördern

Tobias Tscherrig / 26. Aug 2020 –

Ein Tochterunternehmen von Coca-Cola will in Niedersachsen weitere Brunnenprojekte vorantreiben. Dagegen regt sich Widerstand.

Hitze und Trockenheit machen Wasser zu einem raren Gut, es ist schon lange keine selbstverständliche Ressource mehr. Deshalb erstaunt es kaum, dass der Verteilkampf um den begehrten Rohstoff längst begonnen hat. Die Konflikte um Wasser treten besonders dort offen zu Tage, wo grosse internationale Konzerne Unmengen von Wasser aus dem Boden pumpen und für ihre Zwecke brauchen. Als Folge sitzen dann nicht selten ganze Gemeinden oder Regionen auf dem Trockenen und bangen um ihren Trinkwasserbestand.

Diese Szenarien existieren nicht mehr nur in weiter Ferne, zum Beispiel in der Dritten Welt. Der Kampf um die Verteilung des verbliebenen Wassers geschieht ganz in der Nähe, etwa in Frankreich oder in Deutschland. Das prominenteste Beispiel liefert der Nahrungsmittelkonzern Nestlé in Vittel: Der Grosskonzern macht ein profitables Geschäft mit dem Abfüllen von Quellwasser, während den Anwohnern buchstäblich das Wasser abgegraben wird und der Grundwasserspiegel dramatisch sinkt.

Ein weiterer Verteilkampf ist im Nordosten von Niedersachsen, in der Hansestadt Lüneburg, zu beobachten: Während die Region zunehmend mit Hitze und Trockenheit kämpft, will «Apollinaris Brands», ein Tochterunternehmen des Getränkeherstellers Coca-Cola, einen neuen Brunnen ausheben, um seine Fördermenge zu verdoppeln. Obwohl sich dagegen Widerstand regt, ist die Baustelle seit Ende Juli eingerichtet, die Bagger sind vor Ort.

Neuer Brunnen – obwohl bestehende Anlagen nicht ausgelastet sind

Der Coca-Cola-Konzern fördert im Landkreis Lüneburg Grundwasser aus 200 Metern Tiefe. Weil die Qualität des Wassers hoch ist, wird es als Mineralwasser (Vio) vermarktet. Bisher fördert der Konzern an zwei Standorten 350 Millionen Liter Wasser pro Jahr. Obwohl die bestehenden Anlagen gemäss Angaben des Konzerns nicht ausgelastet sind, will der Coca-Cola-Konzern nun einen dritten Brunnen graben und die geförderte Wassermenge dadurch verdoppeln. «Unsere Marke Vio wächst, die Nachfrage steigt», sagt Dieter Reckermann, der das Brunnenprojekt leitet, gegenüber «NDR».

Die Wasserbehörde des Landkreis hat den dritten Brunnen bereits für einen Pumpversuch genehmigt: Im Herbst sollen einmalig 118 Millionen Liter Wasser aus der Erde geholt werden. Mit über 60 Messstellen soll dann geprüft werden,

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