Erzwungene Gegnerschaft

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27-08-20 10:12:00,

Am 1. August 2020 in Berlin hat sich ein Polizist auf die Bühne der Querdenkerbewegung gestellt, um dort vor hunderttausenden Menschen zu verkünden, dass ihre Demonstration beendet ist.

Man überreichte ihm das Mikrofon und er begann mit den Worten: „Schönen guten Tag. Es erfolgt eine Durchsage der Polizei (…)“ Darauf folgte ein Pfeifkonzert, das ihn verstummen ließ. Sein Kopf senkte sich. Die Veranstalter redeten auf ihn ein.

„Tu das Richtige.“

„Geh in dich.“

„Du bist der größte Held aller Zeiten, wenn du jetzt das Richtige sagst.“

Ob der Polizist nur still war, um zu überlegen, was seine nächsten Worte sein sollen, oder ob er darauf wartete, dass er wieder sprechen kann, oder ob er wirklich in sich gegangen ist und mit sich kämpfte, weiß nur er selbst.

Wir alle können aber bezeugen, dass ein Mann den Mut aufbrachte, stellvertretend für seine Vorgesetzten, sich auf die Bühne zu stellen, um den Menschen eine Entscheidung mitzuteilen, die nicht seine eigene war.

Meine Frage ist: Wie kann es sein, dass dieser Polizist den Mut aufbrachte, vor Menschen, die für ihre und seine Freiheit demonstrierten, zu verkünden, sie sollen nach Hause gehen?

Verlangt es so viel mehr Mut, seinem Vorgesetzten zu sagen, dass man den Befehl nicht ausführt, als hunderttausenden Menschen zu sagen, sie sollen binnen Minuten geordnet den Rückzug in die Aussichtslosigkeit antreten?

„Du hättest ein Held sein können.“ Darauf wies man ihn nach seiner Durchsage hin.

Wie kann es sein, dass ein Polizist Menschen gehorcht, die ihn dazu zwingen, sich von hunderttausenden Menschen auspfeifen zu lassen, die ihn und seine Kollegen zwingen, bei brüllender Hitze mit schwerer, schwarzer Ausrüstung und Mundschutz herumzulaufen? In dem Getümmel auf der Bühne, während der Polizist seine Durchsage halten wollte, sagte auch jemand zu ihm: „Die 1,3 Millionen zahlen dir einen Euro, dann bist du durch.“ Und: „Wir sorgen für dich.“

Lieber Herr Polizist, was auch immer ihre Motivation war, niemals werden sie mehr Liebe und Zuwendung erfahren, als von den Menschen, die Sie ausgepfiffen hatten. Denn das Pfeifen galt nicht Ihnen, sondern der Tatsache, dass Sie Ihre Individualität zugunsten eines Systems aufgegeben haben, was Sie selbst vermutlich nur ertragen können, indem Sie sich unter einer Uniform verstecken.

War es die Einsamkeit eines Menschen,

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