Update bei Google und Apple – Kontaktverfolgung soll bald auch ohne App klappen

update-bei-google-und-apple-–-kontaktverfolgung-soll-bald-auch-ohne-app-klappen

28-08-20 01:01:00,

Ein Softwareupdate bei iOS und Android soll künftig digitale Kontaktverfolgung von möglichen Covid-19-Infektionen auch ohne eigene App möglich machen. Apple und Google wollen laut einem Bericht des Guardian in den kommenden zwei Wochen die nächste Phase ihres Contact-Tracing-Sytems ausrollen. Nutzende können die Kontaktverfolgung dann direkt in den Einstellungen ihrer Handys aktivieren.

In der Coronakrise entwickelten viele Staaten auf der Welt eigene Apps, um Infektionsketten digital leichter nachvollziehbar zu machen. (Siehe dazu unser FAQ.) Nach Datenschutzproblemen und technischen Schwierigkeiten bei den Apps in einigen Ländern schufen Apple und Google im April einen eigene Schnittstelle für Tracing-Apps. Daraufhin stellten die meisten EU-Staaten, darunter auch Deutschland, ihre App auf den datenschutzfreundlichen de-facto-Standard der beide Firmen um.

In das Apple-Betriebssytem iOS könnte die Funktion zum Austausch von Kontaktinformationen schon ab der Version 13.7 integriert sein, wie aus einer seit vorgestern öffentlichen Beta-Version hervorgeht. Unklar ist allerdings, ob die neue Version des Betriebssystem auch tatsächlich Warnungen über Risikokontakte ausspielen kann, wie der Spiegel anmerkt. Jedenfalls möglich sein dürfte dies ab der iOS-Version 14, die im Oktober erwartet wird.

Wie die gleiche Funktion bei Android genau aussehen wird, ist noch unklar. Google reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage von netzpolitik.org vom Freitagmorgen.

Fallen die Grenzmauern zwischen den Apps?

Bislang können die Apps der einzelnen Länder keine Kontakte austauschen: Die österreichische Stopp-Corona-App „spricht“ nicht mit der deutschen Corona-Warn-App, obwohl beide auf der Grundlage von Apple und Google beruhen. Die EU-Kommission arbeitet seit Monaten an einer technischen Lösung, die die Apps aller EU-Staaten miteinander interoperabel machen soll. Allerdings scheiterte sie an ihrem eigenen Anspruch, eine Lösung noch vor der Sommerreisezeit vorzulegen, als frühester Termin gilt nun Ende September.

Das Update von Apple und Google könnte dieses Problem aus der Welt schaffen. Ist die Option zum Austausch von anonymisierten Kontaktdaten erst standardmäßig auf allen Handys verfügbar, dürften auch Ländergrenzen keine Rolle mehr spielen. Ob das EU-Projekt der Interoperabilität von Tracing-Apps durch das Update von Apple und Google obsolet ist, konnte eine Sprecherin der EU-Kommission zunächst nicht beantworten.

App weiter nötig für Infektionsmeldungen

Tracing-Apps gänzlich ersetzen kann das Update allerdings nicht. Denn die neue Funktion ermöglicht nur die passive Teilnahme, für das Melden einer offiziell bestätigten Infektion ist weiterhin eine App notwendig.

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: